Narren feiern den Faschingsauftakt

Besucher der Veranstaltungen in Illingen und Zaisersweiher tanzen und schunkeln sich in die „Fünfte Jahreszeit“

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 5. Februar 2018, 00:00 Uhr
Narren feiern den Faschingsauftakt Volles Haus: In der Turn- und Festhalle in Zaisersweiher feiern mehrere Hundert Menschen ausgelassen den Faschingsauftakt. Das Motto lautet „Reise um die Welt“.Fotos: Stahlfeld

Die Faschingszeit ist nun auch in der Region angekommen: Hunderte Narren haben am Wochenende in Zaisersweiher und Illingen ordentlich gefeiert.

Zaisersweiher/Illingen. Die einen waren „Ü50“, die anderen „U30“, und manche konnten gerademal laufen: An diesem Wochenende packte die Lust am Fasching alle Generationen. Die Narren, egal welchen Alters, strömten zu den traditionellen Faschingsfeiern zum Beginn der „Fünften Jahreszeit“.

„Alle mit den Mamis und Papis auf die Tanzfläche!“ Kaum hatte am Sonntag Gesamtjugendleiterin Isabelle Meister mit ihrem Aufruf den Kinderfaschingsnachmittag beim SV Illingen eröffnet, da füllte sich auch schon die freie Fläche mit unzähligen kleinen Narren, die tanzten, fröhlich in der Polonaise durch das Vereinsheim zogen und sich an den lustigen Spielen beteiligten. An die 300 Gäste wurden an diesem Nachmittag beim Kinderfasching erwartet.

Bereits am Tag zuvor hatte sich die Festhalle in Zaisersweiher in eine närrische Hochburg verwandelt. Ausgelassen feierten die Mädchen und Jungen bei lustigen Spielen und tanzten zu Partyhits. Rund 200 Gäste begrüßten die Organisatoren des Fördervereins der SpVgg Zaisersweiher, und nachdem es im Vorjahr weniger Besucher gewesen waren, zeigte sich der Vereinsvorsitzende Stefan Frommer dieses Mal zufrieden. „Der Kinderfasching war überraschend gut besucht“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Vielleicht habe das Neubaugebiet „Rosenäcker“ unweit der Halle für närrischen Nachwuchs in Zaisersweiher gesorgt.

Das Stimmungslevel blieb auch am Abend hoch, als die „großen“ Narren die Turn- und Festhalle füllten. Mit knapp 600 Gästen war die Veranstaltung ausverkauft. Dabei war Frommer, wie er sagte, im Vorfeld schon etwas unruhig gewesen, weil der Verein sich nach zehn Jahren dafür entschieden habe, frischen Wind auf die Bühne zu bringen. Ein Jahrzehnt lang hatte die Gruppe „milesTone“ die Narren der vorwiegend jüngeren Generation (U30) zum Tanzen gebracht. Bei der elften Auflage war dann der Zeitpunkt gekommen, etwas Neues auszuprobieren, und zum ersten Mal heizte die Stuttgarter Band „Himmel & Hölle“ dem Publikum ein. Der Übergang klappte bestens und in der Halle tanzte ein buntes Völkchen zum Musikprogramm, das quer durch die aktuellen Charts ging, aber auch ältere Klassiker beinhaltete. Englische und deutschsprachige Hits brachten selbst die Freiheitsstatue in Bewegung. An ihrer Seite: ein Franzose mit Baguette unter dem Arm.

In Zaisersweiher zeigte man sich international, schließlich lautete das Motto „Reise um die Welt“. Und so bevölkerten die Halle Mexikaner, orientalische Schönheiten, Stewardessen, Ägypter, Schotten und Chinesen – die Welt war zu Gast im Maulbronner Stadtteil. Und da durfte natürlich US-Präsident Donald Trump, zu erkennen an seinem Slogan, nicht fehlen: „Make America Great again“ war auf roten Baseball-Caps zu lesen, die einige Narren auf ihrer blonden Mähne trugen.

Keinem Motto unterliegen die Obergrombacher Nashörner, die ebenfalls schon traditionell in Zaisersweiher Station machten. Die 25 Guggamusiker hauten mächtig auf die Pauke und brachten die Stimmung weiter in Richtung Siedepunkt. Die Gruppe war am Sonntagvormittag schon wieder zu hören. Da waren die Nashörner beim Gottesdienst in der katholischen Kirche von Obergrombach dabei.

Noch im letzten Jahr hatte der Faschingstanz des Illinger Schützenvereins unter der Grippewelle gelitten. Davon war in diesem Jahr keine Rede mehr. Rund 80 Besucher tanzten zu den Klängen des Trios „Musikuß“. „Schüüützenliesl“ sang es durch den Tanzsaal, und schon vom ersten Titel an herrschte ausgelassene Stimmung.

„Das ist der Kappenabend, den man sich in unserem Alter vorstellt“, erklärte Marlene Bawel, die aus Enzberg gekommen war. In Illingen tanzte vorwiegend die Ü50-Generation, und nur einer Besucherin aus der Faschingshochburg Bilfingen war das entschieden zu wenig. „Das ist ein Kulturschock“, vermisste sie scherzend den Einmarsch der Prinzengarde. Doch das wird kommenden Samstag nachgeholt, denn dann geht es für sie und die Enzberger direkt zur Prunksitzung nach Köln.

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