Illinger vermissen Freunde aus Italien

Keine Delegation aus Partnergemeinde Castelnovo ne’ Monti beim Dorf- und Kelterfest – Fast 30 Stände sorgen für Stimmung

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 30. Juni 2014, 00:00 Uhr
Illinger vermissen Freunde aus Italien Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft ist der Menschenkicker-Wettbewerb.

Ein Fassanstich ruft nicht selten die Experten auf den Plan. Hämmerle zu klein, Entlüftung nicht korrekt. An guten Ratschlägen mangelte es auch Hauptamtsleiter Sven Holz nicht. Er durfte bei der 41. Auflage des Illinger Dorf- und Kelterfestes den Schurz anziehen.

Illingen. „Es ist Tradition: Eine verdiente Person sticht das Fass an“, erklärte Illingens Bürgermeister Harald Eiberger am späten Samstagnachmittag, als, wie bereits im Vorjahr, pünktlich zum Festbeginn die Sonne hinter den Regenwolken hervorblinzelte. Und schon hatte Sven Holz die Schürze um und bearbeitete mit dem Holzhammer den Zapfhahn.

„Ich bin eher ein Fan von einem Partyfass“, räumte der Hauptamtsleiter bei seiner Premiere am großen, rund 32 Liter fassenden Holzfass ein, aus dem nach einigen Minuten tatsächlich das Freibier floss.

„Wir schneiden uns das schlechte Wochenende raus“, so Festwirt Ralf Davids kurz vor Festbeginn über die dürftigen Wetterprognosen. Auch die FIFA habe sich nicht zu einem Verschieben der Weltmeisterschaft überreden lassen. Doch Davids und seine Mitstreiter ließen sich die Stimmung nicht vermiesen. Nach einem Doppeljubiläum in 2013 mit 40 Jahren Dorf- und Kelterfest und zehn Jahren Partnerschaft mit dem italienischen Castelnovo ne’ Monti wolle man heuer ein „normales Fest“ feiern. „Die Vorbereitung war gut. Die Vereine machen mit“, zeigte sich der Festwirt zufrieden über die 29 Stände, die im historischen Ortskern für Straßenfest-Flair sorgten.

„70 Prozent Vereine, 30 Prozent Gewerbliche“, rechnete Michael Bethäuser vom Hauptamt vor. Es gebe keinen Rückgang bei der Zahl der teilnehmenden Vereine und nur einen gewerblichen Teilnehmer mehr, stellte er fest, während auf der Bühne die Orchesterklasse der Illinger Schule zur Festeröffnung aufspielte.

Schmerzlich vermisst wurde indes die italienische Delegation aus der Partnergemeinde Castelnovo ne’ Monti. Dort war vor einigen Wochen mit Enrico Bibi ein neuer Bürgermeister gewählt worden, und der sei just zum Zeitpunkt des Kelterfestes im Urlaub.

Den Vorsitzenden des Vereins für Städtepartnerschaft, Rudolf Krauth, und seine Vereinsmitglieder stellte das Fernbleiben der italienischen Gäste vor noch ganz andere organisatorische Probleme. Sie mussten die italienischen Spezialitäten für den Stand heuer nämlich selbst besorgen – durften dann allerdings auch den Erlös für die Vereinskasse einstreichen.

Auch das Jugendhaus füllte seine Kasse auf. Nach Jahren waren die Jugendlichen erstmals wieder beim Dorf- und Kelterfest vertreten. Sie sorgten für die Verköstigung der Besucher auf dem Schulhof. Vier Bands spielten dort am Samstag auf. Jugendpflegerin Vera Müller hatte keine Probleme gehabt, jugendliche Helfer zu finden. In vier Schichten packten jeweils vier Jugendliche mit an. Am Sonntag gehörte der Schulhof dem SV Illingen den Dampfbahnfreunden und der Jugendfeuerwehr, die zu allerhand Aktionen einluden.

Für viel Spaß sorgte der lebendige Fußballkicker der Jedermänner vom SV Illingen. Sie spendeten ihre Einnahmen dem Projekt Familienherberge Lebensweg. Überhaupt sorgt ein buntes Programm für Feststimmung in Illingen.

Am Sonntag wechselten sich die Vereine mit Vorführungen auf der Festbühne beim Posthof ab. Der Sonntag war mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Cyriakuskirche gestartet, in dessen Anschluss Helga Baur als Vertreterin der Landeskirche eine Urkunde überreichte, die der Gemeinde für weitere vier Jahre kirchliches Umweltmanagement unter dem Namen „Grüner Gockel“ bescheinigt.

Der Abschluss der Feierlichkeiten findet heute ab 19 Uhr in der Kelter statt. Es spielt der Musikverein Illingen auf.

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