Gemeinde reagiert im Mosolf-Konflikt

Verwaltung will wegen der Klagen über ein Lkw-Chaos vor den Toren des Unternehmens weitere Gespräche mit der Firma führen

Erstellt: 11. Dezember 2018, 00:00 Uhr

Illingen (pm). Nachdem die Berichterstattung unserer Zeitung über das Lkw-Chaos vor der Firma Mosolf an der Wilhelmstraße in Illingen in Leserbriefen und schließlich auch im Gemeinderat Wellen geschlagen hatte, reagiert die Gemeindeverwaltung nun mit einer Stellungnahme, für die Bürgermeisterstellvertreter Winfried Scheuermann und Hauptamtsleiter Sven Holz verantwortlich zeichnen.

Die Ansiedlung eines derart großen Logistikers mit nur einer Zufahrtsstraße zu genehmigen und anzusiedeln sei vor Jahrzehnten aufgrund der geringeren Auslastung des Betriebsgeländes und des allgemein geringeren Verkehrsaufkommens „sicherlich weniger problematisch“ gewesen, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Illinger Rathaus. Heute sei die Situation aufgrund der Auslastung des Betriebs sowie des enorm gestiegenen Verkehrsaufkommens anders. Die Verwaltung spricht von einem „massiven Problem“, das kurzfristig nicht ohne Weiteres einfach gelöst werden könne. Die Problematik sei bereits in den vergangenen Verkehrsschauen von der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamt Enzkreis, der Gemeinde, der Polizei und der Firma Mosolf erörtert worden.

„Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde führen weitere verkehrsrechtliche Maßnahmen neben dem bereits angeordneten Parkverbot im Bereich der angrenzenden Firma Avantec sowie auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu keiner weiteren Verbesserung der Situation.“ Vollständige Parkverbote, etwa zwischen der Tankstelle Walz und der Kreisstraße Richtung Kleinglattbach, führten dazu, dass sich die Parkproblematik in die umliegenden Straßen und weiter in den Ort hinein verlagern würde, teilt die Gemeinde mit.

In der Vergangenheit angedachte Optimierungsmöglichkeiten seien bislang entweder aus rechtlichen oder praktischen Gründen gescheitert. Auflagen seitens der Ordnungsbehörden, den Betrieb der Firma einzuschränken oder den zuliefernden Speditionen die Zufahrt oder das Abstellen von Fahrzeugen im legalen öffentlichen Straßenraum einfach zu untersagen, seien rechtlich nicht zulässig.

„Der Frust aller Verkehrsteilnehmer, Einwohner und Gewerbetreibender ist nachvollziehbar und berechtigt“, heißt es in der Pressemitteilung. Diesen Frust teilten auch Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und Bürgermeister. „Bei erheblichen Verkehrsbehinderungen können sich Bürger an die Polizei wenden. Diese hat auch in den letzten Wochen, entsprechend ihrer Zuständigkeit und ihrer Kapazitäten, den Verkehr geregelt und kurzfristige Lösungen herbeigeführt“, so Scheuermann und Holz. Das gemeindliche Ordnungsamt und die Polizei sanktionierten weiterhin die ordnungswidrig geparkten Fahrzeuge.

Die Verwaltung appelliert an Mosolf, moderne Informationssysteme besser zu nutzen. Es müsse doch bei mehr gutem Willen als bislang möglich sein, die Flotte der Autotransporter vom Firmengelände aus so zu leiten, dass nur so viele bei der Firma ankämen, wie auch tatsächlich abgefertigt werden könnten. „Auch in den nächsten Tagen und Wochen sind noch Termine der Gemeinde mit Vertretern der Firma Mosolf und den Behörden zur Erörterung weiterer Schritte und möglicher Maßnahmen geplant“, so die Verwaltung an. Erstes Ziel sei, die Situation kurzfristig zu entschärfen. Weitere Ziele seien die Zu- und Abfahrtssituation für die Autotransporter zu verbessern, die Parkmöglichkeiten möglichst durch Stellplätze auf dem Firmengelände zu erhöhen und die organisatorische Abwicklung der Transporte deutlich zu optimieren. Im Paket solle damit mindestens eine Normalisierung der Situation an der Wilhelmstraße oder idealerweise sogar eine Entlastung der Wilhelmstraße und der Kleinglattbacher Straße erreicht werden.

Scheuermann und Holz bemerken abschließend, dass eine grundlegende Verbesserung mit einer zweiten Zufahrt zum Firmengelände zu erwarten sei. Dies sei jedoch nicht von heute auf morgen zu realisieren. Auch an einer solchen Lösung werde gearbeitet.

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