14-Jährige stürzt in den Tod

Zwei Mädchen und ein Junge steigen auf das Dach der Stromberghalle in Illingen – 13-Jährige erleidet lebensgefährliche Verletzungen

Von Thomas Sadler Erstellt: 31. August 2015, 00:00 Uhr
14-Jährige stürzt in den Tod Schauplatz des tragischen Unfalls: Vermutlich über eine Metallleiter, die am Hallengebäude montiert ist, sind die Kinder aufs Dach gelangt. Nach dem Unfall wurde die Leiter durch ein Brett zusätzlich gesichert. Im Einsatz war auch die Drehleiter der Mühlacker Feuerwehr. Bild Mitte: Freundinnen der 14-Jährigen haben eine Gedenkstätte eingerichtet. Fotos: Sadler (2), Süddeutsche Mediengesellschaft (1)

Illingen. Eine 14-Jährige ist bei einem Sturz vom Dach der Illinger Stromberg-Sporthalle tödlich verunglückt. Eine 13-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt.

Das Unglück ereignete sich am Freitagabend. Zwei Mädchen und ein Junge hätten sich, wie die Polizei mitteilt, gegen 20.45 Uhr auf dem Dach der Sporthalle aufgehalten. Dabei seien die 14-Jährige sowie ihre 13-jährige Freundin durch ein Oberlicht im Dach der Sporthalle eingebrochen. Durch den Sturz aus etwa zehn bis 15 Meter Höhe wurde die 14-Jährige so schwer verletzt, dass sie trotz sofortiger Versorgung durch einen Notarzt noch an der Unglücksstelle verstarb. Die 13-jährige Freundin erlitt durch den Sturz lebensgefährliche Verletzungen. Sie wurde in ein Pforzheimer Krankenhaus eingeliefert.

Die beiden Mädchen waren noch in Begleitung eines 13-jährigen Jungen. Die Polizei hatte am Samstag gemeldet, er habe sich durch einen Sprung zur Seite retten können. Inoffiziell war zu hören, auch er sei durch das Oberlicht eingebrochen, habe sich aber nach oben hangeln und die Rettungskräfte verständigen können.

Die Umstände dieses tragischen Unglücksfalles werden nun von der Kriminalpolizei ermittelt. Wie die Kinder aufs Dach kamen, teilte die Polizei nicht mit.

Die Feuerwehr sei mit insgesamt 19 Kräften und fünf Fahrzeugen einschließlich der Drehleiter aus Mühlacker im Einsatz gewesen, berichtet der Illinger Kommandant Joachim Saalbach, der den Einsatz leitete. Wie er unserer Zeitung am Samstagnachmittag auf Anfrage sagte, seien die Kinder wohl über eine am Gebäude montierte gesicherte Leiter aufs Dach gestiegen, wo das Kunststoffoberlicht dem Gewicht nicht standgehalten habe.

Bei ihrem Einsatz am Freitagabend öffnete die Wehr die Tür zur Halle, um den Rettungskräften Zutritt zu den Unfallopfern zu verschaffen und schloss provisorisch das zertrümmerte Oberlicht. Schließlich, teilt der Kommandant mit, sei die Leiter noch am Freitagabend durch ein Brett zusätzlich, sozusagen „doppelt“, gesichert worden. Ebenfalls in Illingen waren das DRK Mühlacker mit vier Helfern und zwei Fahrzeugen, der DRK-Rettungsdienst mit einem Notarztteam und einem Rettungswagen aus Mühlacker sowie einem Notarztteam und einer Rettungswagen aus Vaihingen. Darüber hinaus war das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes zur seelsorgerlichen Betreuung der Betroffenen vor Ort. Insgesamt waren mehrere Notfallseelsorger im Einsatz, um sich vor allem der Eltern der Opfer anzunehmen und ihnen Beistand zu leisten.

Am Wochenende gedachten Freunde der 14-Jährigen und Besucher des Illinger Jugendhauses der Toten, die angeblich aus Dürrmenz stammte, während die Schwerverletzte, der es am Sonntagmittag laut Polizei etwas besser ging, aus Lomersheim und der Junge aus Illingen sein sollen. Zwei Mädchen hatten bereits am Samstag an der Halle eine Gedenkstätte mit einem Foto der Verunglückten, Kerzen, Stoffherzen und einer Engelsfigur eingerichtet.

Thomas Sadler

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