„Heizungsableser“ bestiehlt alte Frau

Von Thomas Eier Erstellt: 11. Januar 2018, 17:12 Uhr

Ötisheim/Mühlacker. Die Hausverwaltung Bärbel Schäfer in Lomersheim und die Polizei, der eine Anzeige vorliegt, warnen dringend vor Trickdieben, die sich als „Ableser“ von Energieversorgern ausgeben. Hintergrund ist ein Fall vom Dienstag im Ötisheimer Ortsteil Erlenbach.

Am Nachmittag, schildert Bärbel Schäfer den Vorfall, habe bei einer Bewohnerin ein Fremder geklingelt und angegeben, er müsse die Heizung ablesen. Tatsächlich wollte sich der Mann auf diese Weise Zugang zur Wohnung im Vier-Parteien-Haus verschaffen, wo laut Polizei ein Aushang einen Wasserableser ankündigte.

Der Täter lockte die 79-Jährige mit der Bitte, ihm eine frühere Rechnung vorzulegen, aus dem Raum, um sich ungestört auf die Suche nach Wertsachen machen zu können. Erbeutet haben soll er einen Ring und, aus dem Nachttisch, einen in Leder eingebundenen Kalender, den er offenbar für eine Geldbörse hielt. „Dreisterweise“, ärgert sich Bärbel Schäfer über die Unverfrorenheit des Täters, habe der falsche Heizungsableser von seinem Opfer auch noch eine Gebühr für seine „Dienste“ in Höhe von 79 Euro verlangt.
Ihr sei es wichtig, vor dieser Masche zu warnen, sagt Bärbel Schäfer, die mit ihrer Hausverwaltung rund 50 Objekte betreut. Zumal sich im vorigen Jahr bereits ein ähnlicher Fall im Mühlacker Wohngebiet Eckenweiher ereignet habe. Ihr Verdacht: Die Täter suchten sich gezielt ältere Menschen als Opfer aus. Im Zweifelsfall, rät sie, sollten Betroffene vorsorglich Rücksprache mit der Hausverwaltung halten, bevor sie Fremden in die Wohnung ließen.

Der Fall von Erlenbach passt ins Bild, wonach Betrüger in unterschiedlichste Rollen schlüpfen, um Beute zu machen. Am Telefon geben sie sich als Kriminalbeamte aus, als Familienangehörige in finanzieller Not oder als Mitarbeiter einer Software-Firma mit dem Ziel, die persönlichen Daten des Opfers auszuspionieren. Auch die Stadtwerke Mühlacker hatten unlängst vor Schwindlern gewarnt, die sich als Mitarbeiter des Unternehmens ausgeben.

Beim Täter von Erlenbach handelt es sich um eine südländische Erscheinung, wobei er selbst angab, Italiener zu sein. Er ist etwa 40 bis 50 Jahre alt, 1,70 Meter groß, hat schwarze, kurze Haare, einen schwarzen Vollbart und trug Jeans und weiße Turnschuhe. Auf Hinweise hofft das Revier Mühlacker, Telefon 07041/96930.

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