Zeitungen würdigen das Ehepaar Ladenburger

Bürgerpreis an die Eltern der ermordeten Maria verliehen – Elke Büdenbender lobt in ihrer Laudatio die „gelebte Nächstenliebe“

Erstellt: 14. März 2019, 00:00 Uhr
Zeitungen würdigen das Ehepaar Ladenburger Das Ehepaar Ladenburger mit Elke Büdenbender (li.) und Dr. Mathias Döpfner. Foto: BDZV/David Ausserhofer

Berlin/Enzkreis (dpa/lsw/the). Friederike und Clemens Ladenburger sind am Mittwoch in Berlin mit dem Bürgerpreis der deutschen Zeitungen ausgezeichnet worden.

Die Familie, die ihre Wurzeln in Birkenfeld hat und regional bekannt ist durch die gleichnamige Anwaltskanzlei in Pforzheim, war durch die Ermordung der 19-jährigen Tochter Maria im Oktober 2016 an ihrem Studienort Freiburg ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Die Jury aus Chefredakteuren im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) würdigte mit der Preisverleihung die Entscheidung des Elternpaares, als Reaktion auf das Verbrechen an der Tochter durch einen jungen Flüchtling aus Afghanistan eine Stiftung für Studierende an der Universität Freiburg zu gründen und so ein Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen. Die Auszeichnung, die der BDZV seit 2010 jährlich verleiht, ist mit 20000 Euro dotiert.

„Was Ihnen passiert ist, ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann“, sagte BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner bei der Preisverleihung. „Und es wäre nur zu verständlich, auf dieses Erlebnis mit Hass, Wut, Verzweiflung, Aggression, Anklage zu reagieren. Sie haben das Gegenteil getan.“ Die Gründung der Stiftung sei eine Geste zum Gedenken an Maria Ladenburger. „Es ist aber auch eine Geste, wie man auf Gewalt, Intoleranz, Hass reagieren kann“, machte Döpfner deutlich.

Lesen Sie ein Interview mit dem Ehepaar Ladenburger.

Elke Büdenbender, die deutsche Unicef-Schirmherrin und Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, sagte in ihrer Laudatio: „Es sind laute Zeiten, in denen wir gerade leben.“ Populisten übertönten allzu oft die leiseren Stimmen der Besonnenen. Die Auszeichnung werde in diesem Jahr an zwei dieser leiseren Stimmen verliehen. „Es sind Menschen wie Friederike und Clemens Ladenburger, die durch gelebte Nächstenliebe, die uns eigentlich alle leiten sollte, unsere Gesellschaft zu einer besseren machen, zu einer solidarischen und sozialen Gesellschaft.“

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