ZDF greift ungelösten Mordfall Manuela R. auf

15-Jährige aus Straubenhardt-Pfinzweiler wurde im Juli 1995 getötet – Ermittler erhoffen sich durch Fernsehbeitrag neue Hinweise

Erstellt: 1. Oktober 2018, 17:46 Uhr
ZDF greift ungelösten Mordfall Manuela R. auf Mordopfer Manuela R.

Enzkreis (pol/the). Über einen Fernsehbeitrag, der an diesem Dienstag nochmals in der ZDF-Sendung „Drehscheibe“ (ab 12.10 Uhr) gezeigt werden soll, erhofft sich die Pforzheimer Kriminalpolizei neue Hinweise in einem 23 Jahre zurückliegenden Mordfall im Enzkreis. Im Juli 1995 war die 15-jährige Manuela R. aus dem Straubenhardter Ortsteil Pfinzweiler am helllichten Tag verschwunden und knapp drei Wochen später in einem Waldstück in der Nähe der A 8 tot aufgefunden worden.

Mord verjährt nicht – und deshalb hofft Ermittler Ulrich Conle, in Mühlacker bekannt als Stadtrat der Freien Wähler, nach wie vor auf einen Durchbruch. In dem ZDF-Beitrag, der bereits am 20. September in der Sendung „Hallo Deutschland“ gezeigt wurde und an diesem Dienstag in der „Drehscheibe“ wiederholt wird, schildert der Kriminalbeamte den Verlauf der Ermittlungen, die am Tag nach dem Verschwinden der 15-Jährigen begannen.
Am Nachmittag des 5. Juli 1995 hatte sich die 15-Jährige aus Pfinzweiler, die gerade ihren Hauptschulabschluss bestanden hatte, von ihrer Mutter verabschiedet, um nach eigenen Angaben eine Freundin im anderthalb Kilometer entfernten Nachbarort Feldrennach zu besuchen, wobei die Polizei auch die Möglichkeit nicht ausschließen kann, dass sie sich mit einem Mann treffen wollte. Dafür ging sie zu Fuß die Landstraße entlang, wo sie kurz vor dem Ortseingang zum letzten Mal gesehen wurde, bevor sie verschwand.

Tags darauf schalteten die Eltern die Polizei ein, elf Tage später wurde am Straßenrand zwischen Langenalb und Marxzell zunächst die Jeans der Jugendlichen entdeckt, und weitere 13 Tage später, am 25. Juli, stieß ein Förster in einem Waldstück in der Nähe der A 8 auf die sterblichen Überreste des Mädchens, das nach der Spurenlage Opfer von „stumpfer Gewalt“, also durch Schläge, getötet wurde. Die Polizei, sagt Ulrich Conle, gehe wegen der räumlichen Nähe – auch die Turnschuhe waren einzeln an Straßen im näheren Umkreis von Pfinzweiler/Feldrennach gefunden worden – von einer Beziehungstat aus. Außerdem spreche der Fundort dafür, dass der Täter Ortskenntnisse habe.

Zwischenzeitlich gab es, wie Conle im Beitrag erinnert, zwei Tatverdächtige aus dem Bekanntenkreis der 15-Jährigen, doch mangels konkreter Beweise seien die Ermittlungen gegen die beiden Männer – neun Jahre älter als das Opfer – trotz Widersprüche in ihren Angaben eingestellt worden seien. Ein Aufruf in der Sendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“, die im September 1996 den Fall Manuela R. nachstellte, half ebenfalls nicht, das Rätsel um den Tod der 15-Jährigen zu lösen.

Über 23 Jahre später bleibt die Hoffnung, dass sich nach dem erneuten Fernsehbeitrag doch noch Menschen melden, die etwas über das Schicksal der Jugendlichen wissen oder die damals als Zeugen Beobachtungen gemacht haben, deren Bedeutung sie vielleicht erst im Nachhinein erkennen. Wer Angaben zum Fall machen kann, sollte sich unter der Telefonnummer 0721/666-5555 an den rund um die Uhr besetzten Kriminaldauerdienst wenden.

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