Tankstellenräuber schlagen wieder zu

Tankhof in Knittlingen überfallen – Kassiererin in Küche gesperrt – Die beiden Täter tragen Staubschutzmasken

Von Gerhard Franz Erstellt: 5. Oktober 2013, 18:57 Uhr
Tankstellenräuber schlagen wieder zu Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ist der Tankhof an der Brettener Straße in Knittlingen am Donnerstagabend von zwei Räubern überfallen worden. Von den Tätern fehlt jede Spur. Foto: Franz

Horrorvorstellung für jeden Mitarbeiter hinter dem Tresen einer Tankstelle: Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde am Donnerstagabend der Tankhof in der Brettener Straße in Knittlingen überfallen. Die zwei maskierten Räuber erbeuteten mehrere Hundert Euro. Die 53-jährige Kassiererin blieb unverletzt.

Knittlingen. Der Raub ereignete sich am Donnerstag, dem Tag der Deutschen Einheit, kurz nach 22 Uhr. Zu dieser Zeit betraten zwei mit weißen Staubschutzmasken maskierte Männer im Alter von circa 18 Jahren den Verkaufsraum der Tankstelle in der Stadtmitte von Knittlingen. Einer der Täter bedrohte mit einem „schlagstockähnlichen Gegenstand“, so die Polizei, die allein anwesende 53-jährige Kassiererin und forderte sie auf, die Kasse zu öffnen. Bevor die beiden Räuber mit mehreren Hundert Euro flüchteten, hatten sie die Angestellte in eine Küche gedrängt und die Tür versperrt. Die 53-Jährige konnte sich befreien und die Polizei verständigen, die noch in der Nacht mit mehreren Streifenwagen aus Mühlacker, Bretten und Pforzheim am Tatort erschien. Ob die jungen Räuber mit einem Auto, zu Fuß oder mit einem Zweirad unterwegs waren, war gestern laut Polizei nicht bekannt; ebenso in welche Richtung sie nach dem Überfall geflüchtet sind.

Die beiden Räuber sollen laut Polizei 1,70 bis 1,72 Meter groß und schlank sein. Einer der Täter war angeblich mit einem weißen Kapuzenshirt mit hellblauen Ärmeln, blauen Jeans, weißen Turnschuhen und weißen Arbeitshandschuhen bekleidet. Unter seiner Kapuze trug er ermöglicherweise eine Schildkappe.

Der zweite Täter trug ein dunkles, vermutlich schwarzes Kapuzenshirt, Jeanshose, weiße Turnschuhe und dunke Handschuhe. Auch er war mit einem weißen Mundschutz maskiert. Beide Personen sprachen mit keinem erkennbaren Akzent oder Dialekt.

Der Knittlinger Tankstellenüberfall am Tag der Deutschen Einheit ist der siebte seiner Art in diesem Jahr in Pforzheim und dem Enzkreis. Bereits am 4. Februar wurde die Knittlinger Tankstelle in der Brettener Straße überfallen. Dieser Überfall ist bisher ebenso wenig aufgeklärt worden wie die beiden Überfälle auf die Tankstelle in der Mühlacker Danzigerstraße im Februar 2012 und am 10. September im laufenden Jahr. Ebenfalls nach wie vor nicht gefasst sind die Täter der Überfälle auf die Esso-Tankstelle in Niefern am 16. Juni und die Mühlacker Aral-Tankstelle in der Pforzheimer Straße am 29. Juni. Auch der Raubüberfall auf die Aral-Tankstelle in der Stuttgarter Straße in Mühlacker, der bereits vor zwei Jahren für Aufregung sorgte, harrt noch der Aufklärung.

Sieben Überfälle auf Tankstellen im östlichen Enzkreis nicht geklärt

Um im Kampf gegen die zunehmende Zahl von Überfällen auf Tankstellen und Spielhallen die Kräfte zu bündeln, hatte die Polizeidirektion Pforzheim Ende Juni eine spezielle Ermittlungsgruppe Raub ins Leben gerufen, der acht Kriminalbeamte angehören. Zuvor war schon wegen der Serie von Wohnungseinbrüchen in Pforzheim und dem Enzkreis eine Ermittlungsgruppe Einbruch gegründet worden.

Geschockt vom zweiten Überfall auf den Tankhof in Knittlingen in diesem Jahr zeigt sich Daniela Kassner, die der Geschäftsführung des Unternehmens angehört. Es sei für die betroffenen Mitarbeiterinnen eine schlimme Erfahrung. Die Geschäftsleitung sei froh, dass der Überfall am Donnerstag ohne schwere körperliche Attacken ausgegangen sei. Die betroffene Mitarbeiterin könne psychologischen Fachbeistand in Anspruch nehmen, wenn sie dies wolle, so Daniela Kassner. Unterstützt werde das Knittlinger Unternehmen dabei von einem Fachverband. „Es gibt Psychologen, die sehr viel Erfahrung mit Opfern von Überfällen haben.“

Eine Beschäftigte der Tankstelle, die anonym bleiben will und Kollegin der Überfallenen ist, meinte gestern, sie gehe schon mit einem „etwas mulmigen Gefühl“ zur Arbeit, besonders zur Spätschicht. Nach dem jüngsten Raub werde es am Knittlinger Standort – Kassner unterhält noch weitere Tankstellen – Umbaumaßnahmen geben, kündigte die Sprecherin der Geschäftsleitung gegenüber unserer Zeitung an. Dadurch werde es für die Beschäftigten künftig „mehr Sicherheit geben“. Einzelheiten zu den geplanten Maßnahmen nannte Daniela Kassner jedoch nicht.

Am gestrigen Freitag ermittelten Beamte der Kriminalaußenstelle Mühlacker in Knittlingen und befragten unter anderem auch Nachbarn der Tankstelle.

Hinweise zu dem Raubüberfall nimmt die Ermittlungsgruppe Raub unter der Telefonnummer 07041/9693-0 entgegen.

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