Statistik: Genügend Ärzte im Enzkreis

Notfallpraxis bleibt bestehen und zieht ins Krankenhaus um – Kreistagsausschuss beschäftigt sich mit medizinischer Versorgung

Von Norbert Kollros Erstellt: 25. Oktober 2013, 00:00 Uhr
Statistik: Genügend Ärzte im Enzkreis Der ärztliche Bereitschaftsdienst wird auch weiterhin von der zentralen Notfall-Praxis in Mühlacker geleistet – künftig aber an neuem Standort: im Kreiskrankenhaus.Foto: Kollros

Die Notfallpraxis in Mühlacker bleibt im System der hausärztlichen Versorgung der Menschen im östlichen Enzkreis erhalten. Dies bekräftigten in der Sitzung des Sozialausschusses des Kreistags sowohl ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung als auch der Vorsitzende des Trägervereins Till Neugebauer.

Mühlacker/Pforzheim. Seit geraumer Zeit kamen in Kreisen der Bevölkerung immer wieder Gerüchte auf, im Zuge der Reform der Notfallpraxen-Struktur seitens der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) stünde der Fortbestand dieser Praxis auf der Kippe. Dort wechselt sich eine Vielzahl von Medizinern beim zentralen täglichen Bereitschaftsdienst ab.

Vergleichbare Einrichtungen gibt es in Pforzheim (zwei) sowie in Neuenbürg. „Wenn sich die Grundstrukturen nicht gründlich verändern“, werde die KV an diesem System nicht rütteln, versicherte vor den Kreisräten der KV-Vertreter Armin Rössner.

Auf eine Änderung werden sich die Besucher dieser Praxis aber künftig einstellen müssen: Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird sie die Örtlichkeit wechseln, nämlich von der Hermann-Hesse-Straße34/Ecke Lindachstraße ein Steinwurf weiter direkt ins Kreiskrankenhaus.

Dort würden im Erdgeschoss im Bereich des Klinikfoyers neue Räumlichkeiten geschaffen, bestätigte diese Woche die Kliniken-Regionaldirektorin Katrin Kern auf Anfrage. Entsprechend weit seien die Verhandlungen mit den niedergelassenen Ärzten beziehungsweise ihrem Verein schon gediehen.

Indes: Die Notfallpraxen standen in der Ausschusssitzung nicht im Vordergrund, vielmehr ging es um einen Bericht über die Kassenärztliche Versorgung in Pforzheim und dem Enzkreis im Allgemeinen. Rössner führte dazu aus, dass es im Enzkreis eine den Bevölkerungszahlen entsprechend ausreichende Ärztedichte gebe, eine leichte Unterversorgung lediglich bei den Facharzt-Disziplinen Augen, Hals/Nasen/Ohren und Haut gegeben sei. Problematischer indes sei die Situation bei Kinder- und Jugendpsychiatern.

Bei Hausärzten im Enzkreis sei sogar eine Sättigung erreicht, sodass es für neue Praxen keine Genehmigung gebe. Lediglich Übernahmen bestehender Praxen, wenn etwa der bisherige Inhaber altersbedingt aufhöre, seien möglich.

Dass solche Nachfolgeregelungen aber nicht immer greifen würden, dazu zog Kreisrat Günter Bächle ein Beispiel aus Ötisheim heran, was der Maulbronner Arzt und Kreisrat Till Neugebauer nur bestätigen konnte. Da stünden die Patienten vor dem Problem, sich über Nacht einen neuen Arzt suchen zu müssen.

Der KV-Vertreter wie auch Neugebauer appellierte an die Bürgermeister im Gremium, mit der Ärzteschaft ein unterstützendes Verhältnis zu pflegen. Im Übrigen meinte der Maulbronner Landarzt, im Enzkreis auskömmlich leben zu können, „vor allem wenn man von der KV in Ruhe gelassen wird“.

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