Nadel im Dessert: Neuer Fall aus Vaihingen wird bekannt

Phänomen weitet sich aus und sorgt für Verunsicherung – Ganz unterschiedliche Produkte betroffen

Von Maik Disselhoff Erstellt: 13. Januar 2018, 00:00 Uhr

Pforzheim/Enzkreis/Schutterwald. Noch mehr Nadeln in Lebensmitteln: Nachdem das Polizeipräsidium Karlsruhe und die Staatsanwaltschaft Pforzheim am Donnerstag von einem Fall in Pforzheim berichtet haben, gibt es nun auch einen Nadel-Fund in Vaihingen.

Auch in Mühlackers Nachbarstadt wurde die Nadel von einem Mann beim Verspeisen eines Desserts bemerkt. Er zog sich durch die Nadel im Mund glücklicherweise keine Verletzungen zu. Der Markt, aus dem das Produkt stammt, das die Nadel enthielt, ist in der Sache informiert. Das betroffene Unternehmen behandelt den Fall nach Angaben eines Pressesprechers wie eine Produktreklamation. „Wir sehen momentan keine Anzeichen für Parallelen zu den anderen Fällen“, teilt der Pressesprecher mit. Ob die Polizei eingeschaltet wurde, ist unklar. Dazu wollte sich der Unternehmenssprecher auf Nachfrage nicht äußern. Der Vaihinger Fall ereignete sich nach Informationen unserer Zeitung an Silvester und wurde erst jetzt bekannt.

Im Ortenaukreis sorgen Nadel-Funde in Lebensmitteln seit Ende 2017 für Alarmstimmung. Zuletzt entdeckte eine Frau in der Gemeinde Schutterwald nach dem Einkauf eine Nadel in einer Suppengrün-Verpackung. Wie die Offenburger Polizei mitteilt, wurden seit Mitte Dezember in drei Lebensmittelmärkten im Ortenaukreis mehrere Nadeln in verschiedenen Backwaren, einem Wurstsnack und in frischem Gemüse gefunden. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die den mysteriösen Nadel-Funden nachgeht. „Alle bislang bekannten Fälle werden wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zur Anzeige gebracht. Auch wenn bisher niemand zu Schaden gekommen ist, kommt laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren in Betracht.

Am Samstagmorgen berichtete die Polizei von einem weiteren Fall in Ettlingen. Lesen Sie mehr dazu.

Zudem dürften dem Täter nicht unerhebliche zivilrechtliche Ansprüche seitens der betroffenen Firmen ins Haus stehen, die für die Sicherheit der Kunden einen hohen Kostenaufwand betreiben“, teilen die Staatsanwaltschaft Offenburg, das Landratsamt Ortenaukreis sowie das Polizeipräsidium Offenburg mit, die betonen, dass sie alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung der Straftaten und zum Schutz der Kunden durchführten. „Es besteht dabei ein direkter Austausch mit den betroffenen Firmen, welche die Ermittlungsbehörden in vollem Umfang unterstützen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere manipulierte Produkte im Umlauf befinden.“

Das Polizeipräsidium Karlsruhe steht mit den Kollegen in Offenburg in Kontakt. Polizeisprecher Ralf Minet bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass in der Ortenau verschiedene Produkte aus unterschiedlichen Märkten Nadeln enthalten hätten. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne die Karlsruher Polizei jedoch keine näheren Angaben zu den betroffenen Produkten machen, so Minet. In Pforzheim wurde die Produkt-Charge, die aus dem Sortiment genommen worden war, inzwischen untersucht. „Das Ergebnis war negativ“, so Minet am Freitag.

Von einer Straftat oder kriminellen Machenschaften wollen die Pforzheimer Staatsanwaltschaft und das Karlsruher Polizeipräsidium mit Blick auf den Nadel-Fund in Pforzheim nach dem aktuellen Stand der kriminaltechnischen Untersuchungen nicht sprechen. Die Kollegen aus dem Ortenaukreis, wo die Nadeln mehrfach aufgetaucht sind, bewerten das Phänomen offensichtlich ganz anders. Der Sprecher der Pforzheimer Staatsanwaltschaft, Dr. Bernhard Ebinger, sagt, dass noch untersucht werden müsse, wie die Nadel ins Dessert gelangen konnte.

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