Motorradfahrer flüchtet vor Polizei

Unbekannter junger Mann liefert sich eine ausgiebige Verfolgungsjagd mit den Beamten

Erstellt: 20. November 2019, 17:12 Uhr

Ludwigsburg/Enzkreis (pol.) Eine Verfolgungsfahrt über mehr als zehn Kilometer hat sich ein bislang unbekannter Motorradfahrer am Dienstagnachmittag mit der Polizei geliefert.

Aufgefallen war der Unbekannte nach Mitteilung des Präsidiums Ludwigsburg zwei Polizeibeamten, die mit einem Zivilwagen gegen 16.15 Uhr Streife auf der A 8 bei Leonberg fuhren. Der Zweiradfahrer habe sich „in Rennmanier“ stromlinienförmig nach vorne über den Tank seines Motorrads gebeugt, während er zwischen den Anschlussstellen Leonberg-West und Rutesheim unterwegs gewesen sei. Im weiteren Verlauf habe er die Autobahn dann in Richtung Rutesheim verlassen. Nachdem er sich auf der Linksabbiegespur in Richtung Perouse eingeordnet habe, sollte er einer Kontrolle unterzogen werden.
Die Beamten setzten sich laut Mitteilung rechts neben ihn und forderten den Motorradfahrer mittels Anhaltekelle auf, ihnen zu folgen. Doch diese Weisung ignorierte der Mann. Stattdessen bog er nun nach rechts auf die Pforzheimer Straße ab und fuhr im Anschluss durch Rutesheim.
Der Zivilwagen, an dem Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet waren, nahm umgehend die Verfolgung auf. Weitere Streifenwagenbesatzungen und ein Polizeihubschrauber wurden ebenfalls hinzugezogen. In der Goethestraße, so die Polizei, habe eine Gruppe Kindergartenkindern auf eine Wiese ausweichen müssen, da der Motorradfahrer einen Fuß- und Radweg benutzt habe. Am Ende dieses Wegs sei es fast zu einem Unfall zwischen dem Unbekannten und einem silberfarbenen Auto gekommen.

Die Verfolgung ging schließlich weiter über einen Feld- und Waldweg am Ende des Weilerwegs, dann auf die Kreisstraße 1013 in Richtung Perouse und schlussendlich über die Landesstraße 1118 und die L 1134 in Richtung Heimsheim. Auf dieser Strecke, auf der er meist mit mehr als 100 km/h gefahren sei, sei es zu weiteren Gefährdungen von unbeteiligten Verkehrsteilnehmern gekommen: „Eine rote Ampel beachtete der Unbekannte schlichtweg nicht.“ Am Ortseingang von Heimsheim verloren die Beamten im Zivilwagen den Motorradfahrer schließlich aus den Augen.
Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass die schwarze Suzuki, Typ GS 500, mit Pforzheimer Kennzeichen Mitte Oktober in Pforzheim als gestohlen gemeldet worden war. Der Fahrer des Motorrads war mit einem schwarzen Helm mit unverspiegeltem Visier ausgestattet. Er trug eine schwarze Jacke. Aus dem Kragen hinten schaute eine graue Kapuze hervor. Außerdem hatte der Mann eine Jeans an.
Der Fahrer dürfte jünger als 30 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,75 Meter groß und eher schmächtig bis sportlich sein. Die Verkehrspolizeidirektion Ludwigsburg, Telefon 0711/6869-0, bittet insbesondere Verkehrsteilnehmer, die durch die riskante Fahrweise des Motorradfahrers gefährdet oder geschädigt wurden, sich zu melden.

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