Mit dem Bus die Kreisgrenze überwinden

Neues Verkehrskonzept mit Regionalbuslinien schließt das Heckengäu erstmals direkt an Porsche in Weissach an

Von Ramona Deeg Erstellt: 8. November 2017, 00:00 Uhr
Mit dem Bus die Kreisgrenze überwinden Mit den Bussen der Firmen Seitter und Wöhr-Tours können die Heckengäu-Bewohner ab sofort mit dem öffentlichen Nahverkehr zu ihrer Arbeitsstelle in Weissach pendeln. Foto: Deeg

Das neue Heckengäu-Verkehrskonzept wird zwar schon seit einigen Wochen in die Tat umgesetzt. Dennoch haben es sich die beteiligten Partner nicht nehmen lassen, den neuen Fahrplan mit einer Veranstaltung offiziell zu feiern.

Übers Busmikrofon erklärt Landrat Karl Röckinger die Neuerung. Unter seinen Zuhörern befinden sich zahlreiche Bürgermeister und Kreisräte.Übers Busmikrofon erklärt Landrat Karl Röckinger die Neuerung. Unter seinen Zuhörern befinden sich zahlreiche Bürgermeister und Kreisräte.

Friolzheim/Enzkreis. Es sei „ein schöner Tag für den Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis“, sagte dessen Chef Axel Hofsäß, denn es sei „selten, dass wir ein so großes Konzept in die Tat umsetzen können.“ Hilfreich sei die Neuerung vorwiegend für die Bürger der Heckengäu-Gemeinden. Nun könne man etwa Porsche oder Bertrandt zu den Hauptverkehrszeiten in einem 30-Minuten-Takt erreichen.

Von „vielfältigen Vorteilen“ sprach auch der scheidende Enzkreis-Landrat und VPE-Aufsichtsratschef Karl Röckinger. Die Firma Porsche biete nun zusätzlich ein Jobticket in den Enzkreis an. Eine solche umweltfreundliche Mobilität, die auch noch vom Arbeitgeber bezuschusst wird, werde vom Kreistag ausdrücklich begrüßt.

Ein Porsche-Vertreter betonte zudem, dass es ein ähnliches Angebot bereits mit dem Stuttgarter Verkehrsverbund (VVS) gebe und gut genutzt werde. Diesen Erfolg erhoffe man sich nun auch mit dem Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE). Es sei begrüßenswert, wenn die Mitarbeiter ressourcenschonend zu ihrer Arbeitsstelle gelangen könnten. Gemeinsam mit allen Beteiligten sei ein „sehr, sehr attraktives Nahverkehrskonzept“ entstanden, lobte der Porsche-Vertreter.

Dass es sich beim Heckengäu-Verkehrskonzept um ein attraktives Angebot handelt, darin waren sich am Dienstagnachmittag alle Beteiligten einig. Die (neuen) Linien sind seit Mitte Oktober auf den Straßen zwischen dem Enzkreis und Weissach eingerichtet. Am Anfang habe es kleine Startschwierigkeiten gegeben, wie Karl-Heinz Seitter, Chef der Firma Seitter, die die Busse in Kooperation mit der Firma Wöhr auf die Straße bringt, einräumte, „aber inzwischen läuft es sehr stabil.“

Dank der Firmen Porsche und Bertrandt sowie den beteiligten Landkreisen und über die Umlagefinanzierung auch der Stadt Pforzheim sei es möglich, die neuen Linien bereits jetzt anzubieten. Ab Dezember 2018 sollen die Linien mit den Fahrtzeiten, wie sie jetzt bestehen, in den normalen Betrieb übernommen werden. „Das ist allerdings jetzt schon ein Regel- und kein Testbetrieb“, betonte Wolfgang Herz, Landrat-Stellvertreter und als Dezernent zuständig für das Amt für Nachhaltige Mobilität im Landratsamt Enzkreis. Durch die Anschubfinanzierung der beiden Firmen konnte man nur früher starten. Jetzt müsse das neue Angebot nur noch von den Heckengäu-Bürgern angenommen werden. Momentan, so VPE-Geschäftsführer Hofsäß, spreche man von einem notwendigen Zuschuss in Höhe von 300000 Euro pro Jahr. „Wir hoffen natürlich, dass dieser Betrag im Laufe der Zeit geringer wird.

Noch mehr Zahlen hatte Landrat Röckinger bei der Konzept-Vorstellung, die passenderweise in einem Bus stattfand, parat: Die jährliche Kilometerleistung im Heckengäu erhöhe sich von 790000 Kilometern auf 953000 Kilometer. Das sei eine Zunahme von rund 20 Prozent.

Wiernsheims Bürgermeister Karlheinz Oehler, der sich schon lange für eine bessere Anbindung an den Großraum Stuttgart starkmacht, freut sich über das neue Angebot. Es sei ein erster Schritt in Richtung Stuttgart. „Und wenn man sieht, wie viel Arbeit dieser kleine Schritt war, dann weiß man, dass kleine Schritte die richtige Richtung bei einem großen Ziel sind“, stellte der Wiernsheimer Rathauschef fest.

 

Hier finden Sie die Buslinien im Überblick. Klicken Sie auf folgenden Link.

Weiterlesen
„Kunden werden die Vorteile spüren“

„Kunden werden die Vorteile spüren“

Rückwirkend zum Jahresbeginn sind die rund 36000 Mitglieder und 58000 Kunden von vier ehedem selbstständigen Genossenschaftsbanken im Enzkreis nach der „technischen Fusion“ vor rund zehn Tagen in SIE MÖCHTEN DEN… »