Mast und Vester: „Müller-Fleisch ist in der Pflicht“

Kosten der Corona-Infektionen sollen rund eine Million betragen

Erstellt: 11. Juli 2020, 00:00 Uhr

Enzkreis (pm). Angesichts des durch die Beratungen im Kreistag deutlich werdenden Ausmaßes der Kosten rund um das Infektionsgeschehen bei Müller- Fleisch wiederholt die SPD vor Ort ihre Forderung nach einer vollen Kostenübernahme. Anlass ist eine neue Übersicht der Kosten, die der Enzkreis auf Nachfrage der SPD-Bundestagsabgeordneten Katja Mast und des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Hans Vester, zur Verfügung gestellt hat.

„Wer durch ein Geschäftsmodell Geld verdient, muss auch die Kosten für das dadurch bedingte Infektionsgeschehen komplett tragen. Nach dem Verursacherprinzip ist Müller-Fleisch in der Pflicht“, so die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast und der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Hans Vester. Der Enzkreis habe dargelegt, um welche Summen es sich handele – und zwar nicht nur mit Blick auf die Quarantäne, sondern auch auf die bei den vier Testungen entstandenen Kosten. „Damit unterstützen wir die Haltung des Enzkreises und der Stadt Pforzheim in den Verhandlungen mit Müller-Fleisch zur Übernahme der Quarantänekosten, die sich auf rund 750000 Euro belaufen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Massentestungen im Unternehmen selbst auch noch einmal zu rund 250000 Euro Kosten geführt haben, die aktuell fast ausschließlich von der Allgemeinheit beziehungsweise den Krankenkassen getragen werden“, so Mast und Vester. Laut den Berechnungen des Enzkreises seien darin rund 177000 Euro an Laborkosten und 70000 Euro für Personal enthalten. „Wir sind der Überzeugung, dass das Infektionsgeschehen in direktem Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell steht. Gut, dass Bundesarbeitsminister Heil in der Fleischindustrie aufräumt. Nach wie vor empfinden wir das Agieren der grün-schwarzen Landesregierung als beschämend“, heißt es in der Mitteilung der SPD-Politiker. Die neue Verordnung zu Arbeits- und Hygienebedingungen in Schlachthöfen bezeichneten Mast und Vester als „verschleppt“.

Bundesarbeitsminister Heil wird sich auf Einladung Katja Masts am Montag mit Interessierten über die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie austauschen. Die Teilnahme ist offen, der Link wird nach Anmeldung an katja.mast.ma05@bundestag.de zur Verfügung gestellt.

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