Lebenslang für Mord

Im Prozess um den getöteten Birkenfelder Simon Paulus ist ein 30-Jähriger verurteilt worden

Von Ekart Kinkel Erstellt: 14. November 2019, 00:00 Uhr
Lebenslang für Mord Anfang Oktober wird die Leiche von Simon Paulus in einem Waldstück gefunden.Foto: Archiv

Das Urteil im Prozess um den getöteten Birkenfelder Simon Paulus ist gefallen: Wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde vom Landgericht Karlsruhe ein 30-Jähriger.

Karlsruhe/Birkenfeld. Nach sechs Monaten und insgesamt 23 Verhandlungstagen ist der Prozess um den gewaltsamen Tod des Birkenfelders Simon Paulus an diesem Mittwochabend überraschend zu Ende gegangen. Paulus war, wie mehrfach berichtet, im Sommer des vergangenen Jahres zunächst verschwunden und dann tot in einem Waldstück gefunden worden.

Wegen Mordes wurde ein 30-Jähriger aus Pforzheim vom Landgericht Karlsruhe zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem erhielt ein 42-jähriger Pforzheimer wegen Beihilfe zum Raub und wegen der Vertuschung einer Straftat eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die setzte das Gericht zur Bewährung aus.

Für die Schwurgerichtskammer um den Vorsitzenden Richter Leonhard Schmidt stand nach der aufwendigen Beweisaufnahme fest, dass der Hauptangeklagte den 50-jährigen Büchsenmacher Simon Paulus in den Abendstunden des 29. August 2018 nach einem kurzen Streit durch einen gezielten Fußtritt gegen den Kopf aus Habgier umgebracht haben muss. Mit dem Mord habe der 30-Jährige den Raub von 23 Langwaffen aus dem Besitz von Simon Paulus vertuschen wollen.

Staatsanwältin Christine Roschinski sah die Anklage im Laufe des Mammutprozesses ebenfalls bestätigt und plädierte unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf eine lebenslange Freiheitsstrafe. Außerdem sah Roschinski eine besondere Schwere der Schuld als gegeben an und forderte deshalb zudem eine Sicherungsverwahrung.

Pflichtverteidiger Cornelius Schaffrath plädierte auf Freispruch. Wegen der widersprüchlichen Aussagen der beiden Angeklagten sei die Schuld seines Mandanten nicht zweifelsfrei erwiesen, begründete Schaffrath seinen Antrag.

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