Land will Takt auf der Schiene verdichten

Gute Nachrichten für Pendler aus der Region Mühlacker: Mehr schnelle Verbindungen zwischen Stuttgart und Karlsruhe

Von Norbert Kollros Erstellt: 16. Juli 2014, 00:00 Uhr
Land will Takt auf der Schiene verdichten Die gelben Stadtbahnen sollen bald Geschichte sein. Ab 2017 soll ein Halbstundentakt zwischen Stuttgart und Karlsruhe geben. Foto: Kollros

Die gelben Stadtbahnen der Albtal-Verkehrsgesellschaft werden mittelfristig nicht mehr zum Bild im Schienenverkehr östlich von Pforzheim gehören. Die Nahverkehrsgesellschaft des Landes beabsichtigt, Züge nach dem Muster der DB-Regionalbahnen im Wechsel mit Interregio-Express-Zügen einzusetzen.

Enzkreis. Im Kreistag gab Verkehrsdezernent Wolfgang Herz jetzt einen Überblick über den Stand der Planungen, die zum Fahrplanwechsel 2017 angestrebt werden sollen. Demnach soll es im Halbstundentakt schnelle Verbindungen zwischen Karlsruhe und Stuttgart geben, die ab Vaihingen auf der Schnellfahrstrecke in die Landeshauptstadt fahren. Diese Züge – innerhalb zwei Stunden drei Regional-Express und ein Intercity – halten in Pforzheim, Mühlacker und Vaihingen. Fraglich ist indes noch aus fahrplantechnischen Gründen ein Halt in Wilferdingen.

Auf der Ebene der Regionalzüge, die stündlich zwischen Stuttgart und Pforzheim pendeln sollen, soll zwischen Bietigheim und der Goldstadt wie bisher durch die Stadtbahn jeder Haltepunkt bedient werden. Dieser Zug wird die Besonderheit haben, dass er in Mühlacker geteilt wird und ein Waggon-Verbund die seitherige Stadtbahnlinie nach Bruchsal ersetzt mit wie bisher 15 Unterwegs-Haltepunkten.

Zwischen Bietigheim und Pforzheim soll zudem ein weiterer Regionalzug die bisherige Stadtbahn ablösen. Somit wird auch bei diesem Zugtyp ein Halbstundentakt erwartet. Zusammengerechnet wird es demnach also zwischen Vaihingen und Pforzheim stündlich vier Verbindungen in jede Richtung, zwei schnelle und zwei langsamere.

Diese Neuordnung auf der Bruchsaler Linie hat allerdings die Konsequenz, dass die seitherige zweistündliche umsteigefreie Verbindung von Mühlacker nach Heidelberg entfällt. Reisende auf dieser Strecke müssten also in Bruchsal in eine S-Bahn umsteigen, um in die Stadt am Neckar zu gelangen. Der Verzicht auf die Heidelberger Direktverbindung wird auch mit „zu geringer Nachfrage“ begründet. Als Vorteil bewertet Wolfgang Herz indes die umsteigefreie Verbindung von Bruchsal/Bretten mit Halt in Kleinvillars, Ölbronn, Maulbronn-West und Ötisheim in den Großraum Stuttgart.

Hinsichtlich der Bedienung der Haltepunkte westlich von Pforzheim sowie zwischen Pforzheim und Bad Wildbad geht Herz weiterhin von einer Stadtbahnlösung aus. Diese entsprechenden Verkehrsdienstleistungen befänden sich derzeit in der Ausschreibungsphase.

„Wir dürfen also im Schienen-Nahverkehr rund um Pforzheim und Mühlacker mit einer deutlichen Angebotssteigerung rechnen“, ist Herz überzeugt. Im Kreistag kam lediglich die Mahnung, dass der Haltepunkt Wilferdingen bei den schnelleren Verbindungen nicht vernachlässigt und der geplante Haltepunkt Stöckach nicht in Vergessenheit geraten dürfe. FDP-Kreisrat Professor Erik Schweickert warnte indes davor, Optimierungen dadurch zu erkaufen, „dass wir im Gegenzug unliebsame Kröten schlucken müssten“.

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