Geteilte Meinungen zu den Stau-Auswirkungen

A8-Sperrung kann deutlich früher aufgehoben werden

Von Ramona Deeg Erstellt: 30. April 2018, 00:00 Uhr
Geteilte Meinungen zu den Stau-Auswirkungen Der Verkehr auf der B294 Richtung Auffahrt Pforzheim-Nord und in die Gegenrichtung verlangt viel Geduld von den Fahrern. Foto: Peche

Enzkreis/Pforzheim. Über den „schwäbischen Beton“, scherzte Jürgen Skarke, Leiter des Verkehrsreferats beim Regierungspräsidium Karlsruhe – und auch Kieselbronns Bürgermeister Heiko Faber hatte am frühen Samstagabend schon signalisiert: Vielleicht wird die Sperrung viel früher aufgehoben. So sollte es dann auch sein. Statt Stillstand bis Montagmorgen konnte die A8 zwischen Pforzheim-Ost und Pforzheim-Nord schon am Sonntag wieder befahren werden.

Die Erfahrungen auf den Straßen der offiziellen Umleitungsstrecken könnten unterschiedlicher nicht sein. Von „katastrophalen Zuständen in Niefern“, wie eine Facebook-Nutzerin schreibt, bis hin zur Aussage von Kieselbronns Bürgermeister Heiko Faber („Nicht so schlimm wie erwartet“) ist die ganze Palette vertreten. CDU-Mann Günter Bächle teilte über Facebook mit, dass die Einladung zum Spatenstich eine „Einladung ins Verkehrschaos“ gewesen sei.

Ein Fotograf hat eine weitere Beobachtung gemacht: Viele Verkehrsteilnehmer seien auch auf Straßen unterwegs gewesen, die „eigentlich gar nicht als Umleitungsstrecken definiert sind“, berichtet er, „aber diese Straßen sind wohl in einer Menge Navigationssystemen als direkter Weg zur B10 abgespeichert.“ Dieses Problem wurde bereits bei einer Vorbesprechung aller Beteiligten im November thematisiert. „Die Verkehrsteilnehmer werden sich erfahrungsgemäß eher an Navigationsgeräten orientieren als an den Ausschilderungen. Einen Einfluss auf die Programmierung der Geräte hat das Regierungspräsidium nicht“, wurde dazu protokolliert.

Aus polizeilicher Sicht sei die Streckensperrung nicht sonderlich dramatisch gewesen, wie am Sonntagnachmittag auf Nachfrage unserer Zeitung zu erfahren war. Laut Protokoll habe es auf der Autobahn in beide Richtungen maximal acht Kilometer Stau gegeben. Die Durchlaufzeit – also die Zeit, die man auf der Umleitungsstrecke benötigte – wurde mit bis zu 90 Minuten festgehalten. „Aus polizeilicher Sicht ist das nicht dramatisch, für jemanden, er dort im Stau feststeckt, sieht das vermutlich anders aus“, ordnete der Polizeiführer vom Dienst ein. Insgesamt seien die Auswirkungen während der Sperrung „nicht viel schlimmer wie an jedem Tag“ gewesen – insbesondere, weil jedes größere Problem auf der Autobahn große Auswirkungen auf Pforzheim und den Enzkreis habe.

Ramona Deeg

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