Fall Paulus: Kritische Fragen an Tatverdächtigen

Heute wird die langjährige Lebensgefährtin des getöteten Simon Paulus vernommen

Von Ekart Kinkel Erstellt: 14. August 2019, 00:00 Uhr

Enzkreis/Karlsruhe. Dreieinhalb Monate nach dem Beginn der Hauptverhandlung und fast ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod von Simon Paulus geht der Prozess um die mutmaßliche Ermordung des 50-jährigen Büchsenmachers aus dem Birkenfelder Ortsteil Gräfenhausen auf die Zielgerade.

Heute Vormittag soll die langjährige Lebensgefährtin von Simon Paulus bei ihrer Vernehmung im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Karlsruhe dem Gericht ein Bild von den charakterlichen Eigenarten des getöteten Waffensammlers zeichnen. Außerdem soll der 30-jährige Hauptangeklagte noch einige Fragen des Gerichts beantworten. Weil eine Zeugin von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, wurde der Verhandlungstag am Dienstag zwar kurzfristig abgesetzt, doch dafür gab der Vorsitzende Richter Leonhard Schmidt dem 30-Jährigen und dessen Verteidiger Ulrich Sommer gleich einen ganzen Katalog an Fragen zur Beantwortung mit auf den Weg.

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Hintergrund: Am letzten Verhandlungstag vor einer vierwöchigen Sommerpause hatte Sommer recht überraschend eine Einlassung seines Mandanten zu den Tatvorwürfen verlesen. Dabei schob der 30-Jährige die Schuld für den Tod von Simon Paulus dem 42-jährigen Mitangeklagten in die Schuhe. Der Kampfsportlehrer, der sich vor Gericht wegen Beihilfe verantworten muss und nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft beim Abtransport der Leiche geholfen hat, soll Simon Paulus laut der Version des Hauptangeklagten nach einem handfesten Streit mit mehreren Schlägen und Fußtritten getötet haben.

Auslöser für den Streit sollen Diskussionen über ein geplantes Waffengeschäft gewesen sein, behauptete der 30-Jährige in seiner Einlassung. Anschließend habe er beim Abtransport der Leiche geholfen und diese am folgenden Tag gemeinsam mit einem 27 Jahre alten Mitangeklagten in einem Waldstück bei Pforzheim vergraben.

Weil sämtliche Nachfragen zu der Einlassung laut Verteidiger Ulrich Sommer nur schriftlich beantwortet werden, will das Gericht nun unter anderem folgende Fragen beantwortet haben: Wo und wann hatte der 30-Jährige die Waffe aus dem Fundus von Simon Paulus, die er wenige Wochen vor der Tat verkaufte, erworben, wie hat er sie bezahlt und an wen verkauft? Wie wollte der 42-Jährige die Waffen von Simon Paulus, die er angeblich für mehrere Tausend Euro erwerben wollte, eigentlich verkaufen? An wen wollte der 42-Jährige die Waffen verkaufen? Trug der 30-Jährige in der Wohnung von Simon Paulus Handschuhe? Und hat der 42-Jährige Anweisungen zum Beseitigen der Leiche gegeben? Wenn ja, welche?

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