Experten vom Ausmaß überrascht

An Brücken stauten sich Geröll und Holz – Neue Hochwassergefahrenkarten informieren Kommunen

Von Thomas Sadler Erstellt: 4. Juni 2013, 00:00 Uhr
Experten vom Ausmaß überrascht Sofortmaßnahme: In Ötisheim wird ein Wassergraben freigelegt, um den Abfluss zu verbessern. Allerdings blieb der Kampf gegen die Überflutungen ein Stück weit vergebens. Foto: Fotomoment

Enzkreis. Nicht nur größere Flüsse schwollen am Samstag durch starken Dauerregen gefährlich an, sondern auch viele unscheinbare Bäche. Ebenfalls für verheerende Auswirkungen sorgten abrutschende Abhänge. Können in Zukunft zerstörerische Folgen von Fluten verhindert werden, und welche Stellen sind dabei gefragt?

„Bei Gewässern erster Ordnung wie der Enz und der Würm ist, zusammen mit den Kommunen, vorrangig das Land für Hochwasserschutz zuständig, bei Gewässern zweiter Ordnung wie Bächen sind die Städte und Gemeinden gefordert“, sagt Axel Frey, Leiter des Enzkreis-Umweltamts. „Es wäre sinnvoll, wenn alle Gemeinden über Schutzmaßnahmen gegen ein hundertjähriges Hochwasser verfügten.“ Wobei sogar die Experten vom Landratsamt vom Ausmaß der Überflutungen am Wochenende überrascht waren. Noch am Freitag zuvor, so Frey, habe der Enzpegel in Pforzheim „keine akute Gefahrenlage“ erkennen lassen. Dass die Situation am Ende wesentlich schlimmer war, als die Überwacher erwartet hatten, liege auch daran, dass sogar kleinere Gewässer anstiegen, weil der vollgesogene Boden kein Wasser mehr aufnehmen konnte, und ganze Hänge erodierten. Eine Lehre daraus: „Man muss künftig auch Bäche im Auge behalten.“ Umso mehr dann, wenn sich in ihrer Nähe Brücken befinden, von denen manche regelrecht „eingestaut“ gewesen seien. Das bedeutet: Geröll und mitgerissene Holzteile haben keinen Platz mehr, sondern bleiben hängen. „Wir prüfen heute“, so Axel Frey am Montag, „wo der Wasserstand wie hoch war und welche Brücken im Enzkreis Probleme hatten.“

Überdies befinde sich die Erstellung neuer Hochwassergefahrenkarten mit „allen relevanten Gewässern“ in der „Endphase“. Dem Enzkreis, den Städten und Gemeinden liege ein Entwurf vor, in dem der Umfang des jährlichen Hochwassers dargestellt sei. „Jede Kommune kann sehen, welche Bereiche betroffen sind.“ Generell rät Frey den Kommunen schon jetzt, auch an Bächen Maßnahmen zu ergreifen – von Dämmen und Alu-Dammbalken bis zum Bereithalten von Sandsäcken und mobilen Pumpen. Indes: Gegen Erosionen sei kein absoluter Schutz möglich.

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