Enzkreis meldet 2443 Asylbewerber

Zum Ende des Jahres 2015 betrug die Quote der Flüchtlinge im Verhältnis zur Einwohnerzahl im Landkreis 1,15 Prozent

Von Frank Goertz Erstellt: 13. Januar 2016, 00:00 Uhr
Enzkreis meldet 2443 Asylbewerber Mittlerweile muss der Enzkreis auf Zeltunterkünfte wie hier in Maulbronn zurückgreifen, um Flüchtlinge unterzubringen. Pro Woche kommen 99 hinzu. Foto: Huber

Insgesamt 2443 Flüchtlinge haben zum Stichtag 30.Dezember 2015 in den Unterkünften im Enzkreis gelebt. Mittlerweile dürften es deutlich mehr sein, denn dem Kreis werden aktuell pro Woche 99 weitere Flüchtlinge zugewiesen. Dies teilt Jürgen Hörstmann, Pressesprecher des Landratsamts, mit.

Enzkreis. Wie die Statistik des Landratsamts zeigt, ist die Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Kommunen sehr unterschiedlich. Während Ende des Jahres in Illingen nur fünf Flüchtlinge gelebt haben – dies entspricht 0,07 Prozent der Bevölkerung –, hat Mühlacker 417 Flüchtlingen (1,69 Prozent in Relation zur Gesamtbevölkerung) untergebracht. Diese Zahlen sind allerdings sehr dynamisch – und sobald die neue Flüchtlingsunterkunft an der Ensinger Straße in Illingen fertiggestellt ist, wird auch die Stromberggemeinde gemessen an der Einwohnerzahl deutlich über 1,5 Prozent Flüchtlinge beherbergen. Sie hat dem Enzkreis auch schon weitere Immobilien und Plätze für Notunterkünfte angeboten.

Auch in Sternenfels dürfte sich das Bild, das Ende des vergangenen Jahres herrschte, schnell ändern. Am 30.Dezember 2015 lebten zehn Flüchtlinge in Sternenfels, mittlerweile war auch schon die Rede davon, dass im laufenden Jahr 100 Flüchtlinge nach Sternenfels kommen könnten. Gestern war ein Akquiseteam des Enzkreises in Sternenfels unterwegs, um sich die gemeindeeigenen Gebäude anzuschauen, am heutigen Mittwoch will sich ein Arbeitskreis Asyl gründen. Das erste Treffen ist um 19 Uhr im Ratssaal.

In einigen Kommunen beträgt der Flüchtlingsanteil an der Einwohnerzahl jetzt schon deutlich über zwei Prozent. Dies ist unter anderem in Neulingen der Fall – unter anderem bedingt durch die Notunterkunft in der ehemaligen Bauschlotter Gemeindehalle und einer Zeltunterkunft vor der Büchighalle. In Neulingen lebten Ende des vergangenen Jahres 173 Flüchtlinge. Sie stellten 2,58 Prozent der Bevölkerung. Auch in Ötisheim liegt der Flüchtlingsanteil an der Bevölkerung überdurchschnittlich hoch. 115 Asylbewerber sorgen hier für eine Flüchtlingsquote von 2,48 Prozent. In Knittlingen lebten Ende des Jahres 126 Flüchtlinge (1,61 Prozent), in Maulbronnn 109 Asylbewerber (1,72 Prozent), in Niefern-Öschelbronn 212 Flüchtlinge (1,79 Prozent), in Ölbronn-Dürrn 50 (1,48 Prozent). Und in Wiernsheim 62 (0,93 Prozent). Die größte Unterkunft entsteht derzeit im Remchinger Ortsteil Darmsbach, wo in der ehemaligen Fertigungshalle der Firma Piepenbrock über 300 Flüchtlinge unterkommen könnten. Über 160 Menschen leben bereits dort, bald wird die Unterkunft voll belegt sein.

Von den insgesamt 2443 Flüchtlingen im Enzkreis Ende 2015 wohnten 2199 Menschen in der vorläufigen Unterbringung, für die der Enzkreis zuständig ist, 226 Flüchtlinge leben in der Anschlussunterbringung, bei der die Flüchtlinge den Kommunen vom Kreis zugewiesen werden. Diese Zahl dürfte im Laufe der Jahre 2016 und 2017 noch weiter steigen, denn viele Flüchtlinge, die aktuell nach Deutschland kommen, haben eine Bleibeperspektive.

Im Dezember hat das Bundesamt für Migration bundesweit 46730 Erstanträge auf Asyl entgegengenommen, 9000 weniger als im November, aber mehr als 2,5-mal soviel wie im Dezember 2014. Über 25000 Erstanträge von Flüchtlingen im Dezember stammten von Menschen aus Syrien, ihnen folgten 4875 Asylanträge von Menschen aus dem Irak und 4204 von Flüchtlingen aus Afghanistan. Bei den Geflüchteten aus Syrien liegt die Quote der positiven Asylentscheidungen bei 96 Prozent, bei denen aus dem Irak bei 88,6 Prozent. Die Zahl der Flüchtlinge aus den Balkanstaaten, die nach deutschem Recht keine Bleibeperspektive haben, ist im Laufe des zweiten Halbjahres deutlich zurückgegangen.

Frank Goertz

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