Behörde warnt vor Schmuck-Betrügern

Regierungspräsidium Karlsruhe berichtet von mehr als 20 Fällen – Täter schlagen auch im Enzkreis zu

Erstellt: 30. April 2013, 00:00 Uhr

Angesichts der jüngsten Fälle, die unter anderem Pforzheim und den Enzkreis betrafen, hat das Regierungspräsidium Karlsruhe eine offizielle Warnung vor Betrügern mit dem sogenannten Goldkettchen-Trick herausgegeben.

Enzkreis/Karlsruhe (pm). „Vorsicht, wenn Sie von wildfremden Menschen mit Goldschmuck ,beschenkt‘ werden. Lassen Sie sich vor allem keine Halskette umhängen“, mahnt Regierungspräsidentin Nicolette Kressl.

Wie berichtet, waren Schwindler mit der entsprechenden Masche zuletzt auch in
Illingen, in Straubenhardt und in der Pforzheimer Südstadt aufgetreten. Es beginne, warnt das Regierungspräsidium, ganz harmlos: Aus dem Auto heraus fragen die Täter nach dem Weg – beispielsweise ins Krankenhaus oder zur nächsten Apotheke –, anschließend verwickeln sie ihr potenzielles Opfer in ein Gespräch. Unter dem Vorwand, aus Dankbarkeit oder traditioneller Verpflichtung einem guten Menschen ein Geschenk machen zu wollen, kommt es dann zum verhängnisvollen Körperkontakt. Der Halsschmuck des Opfers wird in ein wertloses Imitat ausgetauscht, die vermeintlich freundschaftliche Geste entpuppt sich als dreister Diebstahl.

Im vergangenen Jahr wurden laut Landesbehörde auf diese Weise in Baden-Württemberg über 100 vorwiegend ältere Frauen bestohlen. Die meisten Fälle ereigneten sich in den Regierungsbezirken Karlsruhe und Stuttgart, und zwar in den Monaten März bis Oktober. Seit dem vergangenen Monat stellt die Polizei fest, dass Trickdiebe wieder mit derselben Masche unterwegs sind und bereits mehr als 20 Mal erfolgreich waren, so unter anderem in Heidelberg, Mannheim, im Rhein-Neckar-Kreis und im Kreis Karlsruhe.

„Wenn Sie auf offener Straße angesprochen werden, dann seien Sie wachsam. Lehnen Sie die Annahme von Geschenken energisch ab. Lassen Sie sich nicht bedrängen und gehen Sie auf Distanz“, rät Gerhard Regele, der Leiter des Referats Kriminalitätsbekämpfung im Regierungspräsidium.

Die Betrüger seien meist hartnäckig und ließen nicht so schnell locker. „Wenn Sie sich den Zudringlichkeiten nicht entziehen können, verschaffen Sie sich Aufmerksamkeit. Bitten Sie laut und deutlich umstehende Personen um Hilfe und rufen Sie die Polizei“, so der Leitende Kriminaldirektor Regele. Betroffene sollten sich nach Möglichkeit das Autokennzeichen merken und die Polizei über den Vorfall informieren; auch dann, wenn es nicht zum Diebstahl gekommen ist oder der Verlust der Halskette erst später bemerkt werden sollte.

Nach polizeilichen Erkenntnissen handelte es sich bei den Tätern überwiegend um Angehörige von reisenden Familien osteuropäischer Herkunft, die oft in Fahrzeugen mit auswärtigen oder ausländischen Nummernschildern unterwegs sind.

Über weitere Diebstahltricks und Betrugsmethoden und darüber, wie man sich schützen kann, informiert die Broschüre „Der goldene Herbst – Sicherheitstipps für Seniorinnen und Senioren“, die auf jeder Polizeidienststelle erhältlich ist. Auch im Internet finden sich Ratschläge zur Kriminalitätsvorbeugung sowie Informationen zu Hilfe- und Unterstützungsangeboten für die Opfer einer Straftat: www.polizei-beratung.de und www.service-bw.de.

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