Arbeitslosigkeit im August leicht gestiegen

Ferienzeit bremst die gute Entwicklung erwartungsgemäß etwas aus – Es gibt in der Region noch viele freie Ausbildungsplätze

Erstellt: 31. August 2018, 00:00 Uhr

Enzkreis (pm). Die Arbeitslosigkeit ist im Nordschwarzwald von Juli auf August gestiegen. Die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim führt dies auf die Ferienzeit zurück. 11154 Menschen waren im August ohne Job, 669 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenzahlen liegen dennoch weiter deutlich unter dem Wert des vergangenen Jahres. Im August 2017 waren noch rund elf Prozent mehr Menschen arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber Juli um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent erhöht. Vor einem Jahr lag sie allerdings noch bei 3,8 Prozent. Für die Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, Martina Lehmann, ist das Ende der Arbeitslosigkeit für eine große Zahl Betroffener bereits absehbar. „Viele Jugendliche haben sich nach dem Schuljahresende arbeitslos gemeldet und warten nun auf den Ausbildungs- oder Studienbeginn im September oder Oktober. Sie wissen also bereits, wann und wie es für sie weitergeht.“ Hinzu kommen Ausbildungsabsolventen, die nach ihrer Prüfung nicht übernommen wurden und jetzt auf der Suche nach einer passenden Beschäftigung sind. „Diese jungen Fachkräfte werden wir schnell vermitteln, zumal vieles dafür spricht, dass der Arbeitskräftebedarf im Nordschwarzwald auf stabil hohem Niveau bleiben wird“, so Lehmann.

Die Unternehmen im Nordschwarzwald meldeten dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim im August insgesamt 1345 zu besetzende Arbeitsstellen. Das waren 149 weniger als im Juli aber nochmals 32 mehr als vor einem Jahr. „Auch am regionalen Ausbildungsmarkt gibt es aktuell noch viele freie Ausbildungsstellen, so dass wir den jungen Leuten in der Region noch attraktive Ausbildungsstellenangebote unterbreiten können“, so die Agenturchefin.

Trotz der Ferienzeit gab es viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Im August meldeten sich 3773 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 3098 konnten im August einen Job finden. Mit 2,7 Prozent verzeichnet Calw die niedrigste Arbeitslosenquote unter den sieben Geschäftsstellenbezirken. Es folgen Freudenstadt, Horb, Mühlacker und Nagold mit jeweils 2,9 Prozent, Bad Wildbad mit 3,4 Prozent und Pforzheim mit 3,9 Prozent. Im Enzkreis hat sich die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 auf 2,4 Prozent erhöht. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 2,8 Prozent gelegen. Damit belegt der Enzkreis mit dem Landkreis Rottweil sowie dem Hohenlohe- und dem Bodenseekreis Platz drei in Baden-Württemberg.

Insgesamt waren 2716 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1619 in der Arbeitslosenversicherung und 1097 in der Grundsicherung. Im August wurden 270 Stellenangebote gemeldet. Das waren 34 weniger als im Vormonat und 28 weniger als vor einem Jahr. Aktuell gibt es 1342 offene Stellenangebote, 96 mehr als im August 2017.

In Pforzheim liegt die Arbeitslosenquote jetzt bei 5,8 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Juli. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 6,3 Prozent gelegen. Damit bleibt Pforzheim Schlusslicht unter den 44 Kreisen im Land. Derzeit sind 1170 offene Stellenangebote im Bestand, 233 mehr als vor einem Jahr. Im Bezirk Nagold-Pforzheim waren im August 5312 offene Stellen gemeldet, 574 mehr als vor einem Jahr. Insbesondere in der Gastronomie und in den Pflegeberufen besteht zurzeit ein hoher Arbeitskräftebedarf.

Im August suchten im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim noch 643 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Ihnen standen 1341 freie Ausbildungsplätze gegenüber. Um einen weiteren Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu erreichen, sei Flexibilität auf beiden Seiten gefordert, heißt es vonseiten der Arbeitsagentur. Jugendliche, die bei der Lehrstellensuche bis jetzt erfolglos waren, sollten sich nicht auf ihren Traumberuf fixieren, sondern sich für Alternativen öffnen. Betriebe mit Besetzungsproblemen sollten vom Wunschkandidaten abrücken und Bewerbern eine Chance geben, die ihrem Idealbild nicht vollständig entsprechen. „Gerne beraten wir die Unternehmen über die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten, die wir in diesen Fällen anbieten können“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur.

Weiterlesen

„Verkehrsverbund will keine neuen Fahrgäste“

Enzkreis/Pforzheim. Der Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland, Matthias Lieb, hat am Wochenende in einem Brief an Landrat Bastian Rosenau und Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch noch einmal seine Kritik an den Preiserhöhungen… »