Alte Stollen erzählen vom harten Leben der Bergleute

Abenteuer Heimat: Besucherbergwerk Neuenbürg

Von Maren Recken Erstellt: 17. August 2013, 00:00 Uhr
Alte Stollen erzählen vom harten Leben der Bergleute Ohne Helm und Schutzkleidung darf niemand in das Bergwerk.

Zwölf Stunden täglich schuften und das von Montag bis Samstag, in feuchter Luft, bei sechs bis acht Grad, egal, ob Sommer oder Winter. Das Leben der Bergleute sei zwar ein lukrativer Job gewesen, aber unter harten Bedingungen, erzählt Corinna Buckenberger, die Besuchergruppen durch das ehemalige Erzbergwerk bei Neuenbürg führt.

Neuenbürg. Bereits die Kelten bauten in der Gegend um Neuenbürg Eisenerz ab. Ihnen folgten die Römer und viele andere, bis Ende der 1870er Jahre der Bergbau mangels Wirtschaftlichkeit wieder eingestellt wurde. In der Hochzeit des Bergbaus waren rund um Neuenbürg bis zu 38 Bergmänner in den Gruben beschäftigt. Und was sie aus den Tiefen der Erde ans Tageslicht beförderten, hatte Qualität. Wegen seines hohen Mangangehalts und eines geringen Schwefelanteils eignete sich das Neuenbürger Eisenerz bestens zur Erzeugung eines qualitativ hochwertigen Stahls, der dem englischen, der damals als der weltbeste galt, gleichgekommen sein soll. Verwendet wurde dieser Stahl unter anderem in der Produktion von Sicheln und Sensen oder Ofenplatten und Bügeleisen.

Heute wird rund um Neuenbürg zwar nicht mehr nach Erz geschürft, dafür ist die Grube Frischglück als Besucherbergwerk zugänglich. In vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit hatten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Neuenbürger Bergbau ab Mitte der 1970er Jahre die Gänge der ehemaligen Grube teilweise freigelegt und für Besucher vorbereitet. Seit 1985 heißt es am Stolleneingang wieder: „Glück auf!“. In geführten Gruppen können Teile des Stollens erkundet werden.

Vor dem Einfahren ins Bergwerk werden alle Besucher mit Helmen und wasser- sowie schmutzabweisenden Umhängen ausstaffiert. Dann geht es auf drei Ebenen ins Berginnere, Informationen rund um den Bergbau und zur Mineralienkunde inbegriffen. Während die Besuchergruppen sich bei den normalen Führungen in beleuchteten und gut ausgebauten Gängen bewegen, die höchstens einmal etwas enger werden und an der einen oder anderen Stelle etwas Aufmerksamkeit erfordern, damit sich niemand den Kopf anstößt, gibt es seit diesem Jahr eine neue Führung für Wagemutigere.

In Abenteuer-Sonderführungen können alle, die mindestens zwölf Jahre alt und fit sind, auch Teile des Bergwerks erkunden, die den Besuchergruppen normalerweise verschlossen bleiben. In maximal zehn Personen starken Gruppen werden dann in Begleitung von zwei fachkundigen Führern auch die originalgetreu erhaltenen Stollen ohne konstante Streckenbeleuchtung erkundet. Und wo es eng wird, müssen die Besucher schon einmal auf Knien durch die Gänge robben. Daher werden die Teilnehmer der Abenteuer-Sonderführungen vor dem Einfahren in den Stollen auch mit Schutzanzügen und Helmen inklusive Helmlampen ausgestattet.

Informationen

In den Sommerferien werden im August mittwochs bis freitags von 10 Uhr bis 15 Uhr Führungen angeboten, die letzte Führung startet um 14.45 Uhr. Am Wochenende gibt es Führungen von 10 Uhr bis 17 Uhr. Die letzte Führung beginnt um 16.45 Uhr. Abenteuerführungen sind nach Voranmeldung möglich. Die Führungen kosten für Erwachsene fünf Euro, für Jugendliche vier Euro, Kinder bis zum Alter von elf Jahren zahlen drei Euro, für Gruppen nach Voranmeldung gelten ermäßigte Eintrittspreise. Eine Kombikarte, mit der sowohl das Bergwerk als auch das Neuenbürger Schlossmuseum besucht werden kann, kostet acht Euro. Das Bergwerk liegt an der Verbindungsstraße von Neuenbürg nach Waldrennach beziehungsweise Schömberg. Vom großen Parkplatz aus sind es noch 150 Meter zum Stollen.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.frischglueck.de.

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