Enzbergerin will sich in den USA für Hillary Clinton engagieren

Jenny Joy Schumann vertritt die Bundesrepublik als Junior-Botschafterin in den Staaten

Von Lukas Huber Erstellt: 10. August 2016, 00:11 Uhr
Enzbergerin will sich in den USA für Hillary Clinton engagieren Die Koffer sind gepackt: Jenny Joy Schumann aus Enzberg ist bereit für ihre einjährige Reise in die USA. Foto: Huber

Mühlacker-Enzberg. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen die Eltern von Jenny Joy Schumann den Abschied von ihrer Tochter. Um 10 Uhr will die junge Enzbergerin an diesem Mittwochmorgen mit dem Flieger in die Vereinigten Staaten von Amerika starten, wo sie für ein Jahr die Bundesrepublik im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) als Junior-Botschafterin vertritt. „Es wird sicher eine Umstellung und nicht leicht“, ist sich Vater Dirk Schumann kurz vor der Abreise sicher. Auf der anderen Seite könne die 17-jährige Tochter „tolle Erfahrungen“ sammeln, die ihr später keiner mehr nehme.

Eine davon dürfte sein, die US-Präsidentschaftswahl am 8. November hautnah mitzuerleben. Schließlich ist die Schülerin politisch besonders interessiert: „Ich war von 2014 bis 2015 im Kreisverband der Jungen Union, seither bin ich im Mühlacker Stadtverband engagiert. Zudem bin ich Mitglied der Schüler-Union.“ Die Wahl in den USA will das CDU-Nachwuchstalent nicht einfach nur als Zuschauer verfolgen. „Ich will mich für Hillary Clinton im Wahlkampf engagieren, weil ich der Meinung bin, dass Donald Trump wegen seiner rassistischen Äußerungen nicht gewinnen darf“, zeigt sie eine klare Kante.

Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms reist die Enzbergerin in die Staaten. Was es damit auf sich hat, lesen Sie in einem weiteren Artikel.

Ihr politisches Engagement habe ihr dabei geholfen, für das Stipendium ausgewählt zu werden, berichtet Schumann. Denn nicht jeder bekommt einen Platz. „In der Regel wird im Jahr nur eine Person pro Landkreis ausgesucht.“ Dafür lohne es sich auch, ein Jahr mit der Schule auszusetzen. Eigentlich würde sie nach den Sommerferien die Abschlussklasse besuchen, um ihr Abitur zu machen. Doch sie sei von der Bundesregierung für die Zeit befreit worden. „Dafür werde ich die Bentonville Highschool besuchen, eine der besten Schulen des Landes.“ Wie auch in Deutschland, wo sie etwa bei den Streitschlichtern und im Debattierclub aktiv sei, wolle sie sich im fremden Land über den Unterricht hinaus einbringen.

Leben wird die Enzbergerin in Bella Vista, einer Stadt in Arkansas mit rund 25 000 Einwohnern. Dort kommt sie bei einer Gastfamilie unter, die ihr schon vor der Ankunft nicht mehr ganz fremd ist. „Wir haben uns viel über Facebook, per E-Mail und Skype unterhalten“, sagt die Enzbergerin, die die digitalen Medien auch dafür nutzen will, mit der Familie und den Freunden in engem Kontakt zu bleiben. Insbesondere die Familie wird sie während der Zeit nicht persönlich zu Gesicht bekommen: „Das ist ausdrücklich nicht erwünscht“, sagt der Vater.

Der Aufenthalt, hofft Schumann, könne ihr Vorteile für die Zukunft bringen. Und das besonders wegen der englischen Sprachkenntnisse, die sie bestimmt verbessern werde. „Ich möchte später die Botschafterinnen-Laufbahn einschlagen“, hat die erst 17-Jährige bereits ein klares Ziel vor Augen. Auch wenn sie wisse, dass dies beinahe unmöglich zu erreichen sei. „Pro Jahr werden dafür nur 40 Personen ausgewählt, die Liste der Voraussetzungen ist endlos.“ Immerhin: Das Jahr in den Staaten, so hofft sie, könne die Wahrscheinlichkeit, ihren Wunschberuf später einmal ausüben zu dürfen, ein wenig erhöhen.

In den kommenden Monaten wird Jenny Joy
Schumann in loser Folge in einer eigenen
Kolumne im Mühlacker Tagblatt von ihrem
USA-Aufenthalt berichten. Besonders im Fokus steht die Präsidentschaftswahl im November.

Lukas Huber

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