Auf der Suche nach dem „8. Kontinent“

Der Regisseur Serdar Dogan arbeitet an seinem neuen Film – Ein Roadmovie in das Innenleben der Hauptdarstellerin

Von Tobias Rieger Erstellt: 13. August 2013, 08:33 Uhr
Auf der Suche nach dem „8. Kontinent“ Auf der Suche nach dem „8. Kontinent“

Vor zwei Jahren ist der „No-Budget“-Debütfilm „Kopfkino“ des in Mühlacker geborenen Regisseurs Serdar Dogan angelaufen. Nun stehen die Dreharbeiten zu seinem zweiten Film „Der 8. Kontinent“ in den Startlöchern.

Mühlacker. Der ehemalige Abiturient des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Mühlacker studierte in Ilmenau Medientechnik und lebt mittlerweile in Karlsruhe. Seinen neuen Film möchte Dogan finanziell auf mehrere Standbeine stellen. Durch das mittlerweile populäre „Crowdfunding“ kann jeder das Projekt auf der „startnext“-Webseite unterstützen. 10 000 Euro hofft Dogan auf diese Weise für seinen Film zu bekommen. Die Chancen stehen nicht schlecht: Innerhalb einer Woche sind schon 2500 Euro gespendet worden. Damit sollen Reisekosten gedeckt werden, aber vor allem auch Kosten in der Post-Produktion, wie beispielsweise 3-D-Effekte. „Das Projekt ist eine Team-Produktion, jeder kann Teil dieses Teams werden“, erklärt Dogan. „Der Film wird natürlich auch so realisiert, aber jeder weitere Euro eröffnet uns hinsichtlich der Qualität mehr Spielräume, ich sehe es als das Sahnehäubchen.“

Sein Debütfilm „Kopfkino“ kam schon ohne Budget aus, die Schauspieler arbeiteten ohne Gage. „Ich habe mir mit meinem ersten Film einen Lebenstraum erfüllt und auch gezeigt, was alles ohne Geld möglich ist“, sagt Dogan.

Auch bei seinem neuen Projekt verlangen die Schauspieler keine Gage, obwohl diesmal mitunter einige namhafte Mimen dabei sein werden. So wird Thomas Scharff, unter anderem bekannt aus „Alarm für Cobra 11“ und „Tatort“, in Dogans neuem Film zu sehen sein. Auch Viktoria Brams, aus „Marienhof“ ein Begriff, konnte engagiert werden.

„Ich habe mir mit meinem ersten Film einen Lebenstraum erfüllt“

„Der 8. Kontinent“ erzählt die Geschichte der jungen Lena, die sich aufgrund einer frühen Schwangerschaft mit ihrem Elternhaus entzweit, denn die Mutter drängt sie zur Abtreibung. Der Kontakt bricht ab, und Lena wird für ihre Mutter zum „8. Kontinent“, den sie nicht erreichen kann. Lena wird gespielt von Maike Johanna Reuter, die Dogan an einer Schauspielschule gecastet hat. Am Ende musste er sich zwischen fünf Frauen entscheiden, „Maike hat gekämpft und die Rolle, die sie verkörpern soll, ist ebenfalls eine Kämpferin, das hat schlussendlich für sie gesprochen“, so Dogan. Casting sei aber nicht immer die beste Methode um Rollen zu besetzen. „Oft entgeht einem etwas“, weiß der Regisseur. Deshalb habe er einen Großteil weiterer Schauspieler auf direktem Weg engagiert.

In Film „Der 8. Kontinent“ meldet sich schließlich sechs Jahre später Lenas Vater und berichtet, dass ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam. Er übergibt Lena eine Kiste mit Briefen, die ihre Mutter zu jedem ihrer Geburtstage geschrieben, aber nie abgesendet hatte. Ihre Mutter hatte den Traum, die Welt zu sehen, aber aufgrund ihrer frühen Schwangerschaft mit Lena war ihr das nie vergönnt. Nun beschließt Lena, den Traum ihrer Mutter zu verwirklichen und macht eine Weltreise, die sie auf alle Kontinenten bringen soll. Ihre Stationen sind Rom, Rio de Janeiro, New York, die Antarktis, Sydney, Hongkong und Kapstadt.

„Bilder von Weltstädten können sehr beeindruckend sein“

Die Dreharbeiten sind für den Herbst 2013 angesetzt und werden die Filmcrew rund um die Welt führen. So soll nur an den Original-Schauplätzen gedreht werden. „Lena unternimmt ein Abenteuer, aber es ist auch ein Abenteuer für uns, an all den verschiedenen Drehorten zu sein. Wir erleben den Film selbst mit, keine langweiligen Kulissen, wir werden in Kapstadt sein, wir werden in Sydney sein, und das wird der Zuschauer miterleben“, berichtet Dogan mit Vorfreude über die anstehenden Dreharbeiten. Nur die Antarktis klammert die Crew aus. Für sie soll Norwegen Modell stehen.

Für die Geschichte und das Drehbuch ist Dogan selbst verantwortlich. Auf die Frage nach seiner Inspiration antwortet er: „Da kommt ganz viel zusammen, die Geschichte um das Mädchen hatte ich schon länger im Kopf, der Gedanke, dies mit einer Weltreise zu verbinden und an den Originalschauplätzen zu drehen, kam mir aber erst bei einer Reise im vergangenen Jahr nach Boston. Da habe ich realisiert, wie beeindruckend Bilder von Weltstädten sein können.“

Zurück von ihrer Weltreise, legt Lena am Grab ihrer Mutter Andenken aus allen Kontinenten ab. Sie schneidet ein paar Strähnen ihrer Haare ab und legt sie ebenfalls mit den Worten „Und hier hast du was vom achten Kontinent“ dazu.

Den engen Zeitplan nimmt Dogan gelassen. „Wir wollen den Film noch im Frühjahr 2014 für die im Sommer stattfindenden Filmfestspiele abschließen, das ist zwar eine sportliche Vorgabe, aber ich bin optimistisch.“ Auch seinem weiteren Werdegang sieht er ruhig entgegen, schritt für Schritt will er sich im Filmebusiness etablieren. Einen Namen hat er sich mit seinem Filmdebüt „Kopfkino“ schon gemacht.

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