Stadt legt Hand auf die „Krone“ Mühlhausen

Im Mühlhäuser Ortskern sollen unerwünschte Entwicklungen vermieden werden

Von Thomas Eier Erstellt: 7. August 2019, 09:07 Uhr
Stadt legt Hand auf die „Krone“ Mühlhausen Im Fokus: die frühere „Krone“. Foto: Garcia Oliver

Mühlacker-Mühlhausen. Die Stadt wird gegenüber dem neuen Eigentümer der früheren Gaststätte „Krone“ in Mühlhausen, um unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden, das Vorkaufsrecht geltend machen. Das hat am Abend der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats einstimmig beschlossen.

Wie berichtet, hatte das Gebäude an der Zwerchstraße, mitten im Ortskern und im Sanierungsgebiet liegend, unlängst den Besitzer gewechselt, und die Überlegungen, die der Käufer bei einem Termin im Rathaus dargelegt hatte, stießen bei den Stadtplanern auf wenig Gegenliebe. Insbesondere das Ziel des Investors, auf dem Grundstück mit großem Garten durch weitere Bauten nachzuverdichten, um möglichst viele Wohnungen unterzubringen, wird in der Verwaltung und im Verwaltungsausschuss kritisch gesehen. „Was wir nicht wollen, ist ein Brennpunkt“, sagte der Mühlhäuser Stadtrat Wolfgang Schreiber (CDU), und verwies auf die Situation in der schmalen Straße, wo für eine „Massierung von Wohnungen“ die Infrastruktur fehle und die Zufahrt Probleme bereite.

Eine Einschätzung, die alle Fraktionen teilten. So bekräftigten Ulrich Hagenbuch (Freie Wähler), Stefanie Seemann (LMU), Ulrich Seibold (SPD), Natascha Blattner (FDP) und Bianca Schauer (AfD) ihre Unterstützung für den Vorschlag aus dem Amt für Grundstücks- und Gebäudemanagement, das Vorkaufsrecht anzumelden. „Hier ist Gefahr im Verzug“, sagte Ulrich Hagenbuch, der an das Negativbeispiel Enzberg erinnerte. Ein Kritikpunkt, was das Konzept des (auswärtigen) Käufers betrifft, war dessen Wunsch, hinter der „Krone“ zwei weitere Gebäude in zweiter und dritter Reihe zu erstellen. Insbesondere Letzteres, ein Haus im heutigen Garten, lehnt der Verwaltungsausschuss nach einem Nein in der Vergangenheit weiterhin kategorisch ab. Die Unvereinbarkeit solcher Pläne mit den Sanierungszielen, die der Stadt ein Argument gibt, einzuschreiten, zeige sich, so Bürgermeister Winfried Abicht, schon allein an der ungeklärten Frage der Stellplätze. Es handle sich bei der ehemaligen „Krone“ im Mühlhäuser Sanierungsgebiet um einen Sonder- und Ausnahmefall an neuralgischem Punkt, wurde in der Debatte mehrfach betont, um dem Eindruck entgegenzutreten, die Stadt werde nun reihenweise Objekte erwerben.

Nächster Schritt sind nun neue Verhandlungen mit dem Eigentümer, der nach dem Eindruck der gestrigen Sitzung ein deutlich abgespecktes Umbaukonzept vorlegen müsste, um grünes Licht zu erhalten. Ansonsten könnte die Stadt – vorbehaltlich eines Widerspruchs des Käufers und eines möglichen Gerichtsverfahrens – das Gebäude zum selben Preis übernehmen und versuchen, es mit dem Ziel einer verträglichen Lösung selbst zu vermarkten.

Eine weitere Verteuerung drohe nicht, die Summe von 280000 Euro, die im Kaufvertrag stehe, gelte, machte Amtsleiter Erwin Teufel auf Nachfrage aus dem Gremium klar. Um zu verhindern, dass vollendete Tatsachen geschaffen würden, bestätigte Bürgermeister Abicht, stehe es dem Gemeinderat frei, in ein förmliches Bebauungsplanverfahren einzusteigen und eine Veränderungssperre zu erlassen.

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