Auf den Spuren von Urgetreide und Mühlenkultur

Bekannte Gesichter Mühlackers stellen Ausflugsziele in ihrer Heimat vor – Mit Regionaldirektorin Sybille Hänselmann auf dem Mühlenweg im Remstal

Von Maren Recken Erstellt: 2. August 2014, 00:50 Uhr
Auf den Spuren von Urgetreide und Mühlenkultur Unter den MT-Lesern wird ein Warenkorb der Hegnacher Mühle verlost. Foto: Recken

Mühlacker/Unteres Remstal. Sie sind in Mühlacker berufstätig, aber wohnen außerhalb der Senderstadt. Sie kennen die schönsten Ausflugsziele rund um ihren Wohnort. Und: Sie haben dem MT Reporterteam gezeigt, wo es sich lohnt einmal einen Ausflug hin zu machen.

Eine dieser Berufspendlerinnen ist Sybille Hänselmann, seit Anfang April in Mühlacker arbeitsbedingt verwurzelt, wohnungsmäßig in Bittenfeld im Remstal beheimatet.

Als Regionaldirektorin der Enzkreiskliniken bringt man sie dort mit Bettenzahlen, Prozessoptimierung oder medizinischem Leistungsangebot in Verbindung. In ihrer Freizeit tauscht Sybille Hänselmann die Klinikflure gerne mit den grünen Wiesen und den Waldstücken entlang der mal ruhig vor sich hinplätschernden, mal lebhaft fließenden Rems am sogenannten Mühlenwanderweg bei Waiblingen.

„Hierher zu kommen ist einfach ein guter Ausgleich zum täglichen Geschäft“, findet Sybille Hänselmann und zählt auf, was ihr am Mühlenwanderweg, der mit dem Remstalradweg identisch verläuft, so gut gefällt: „Die Natur, die Stille im Vergleich zur Stadt und die Vogel- oder andere Tierstimmen, die hier entlang des Flusslaufs zu hören sind.“

Rund 10 Kilometer lang ist der Mühlenwanderweg, der in der Waiblinger Innenstadt an der sogenannten Geheimen Mühle startet und über die Bürger- oder Hahnsche Mühle, die ehemalige Häckermühle, die Wald- und die Vogelmühle bis zur Hegnacher Mühle führt. Danach geht es immer an der Rems entlang, in einer besonders idyllischen Landschaft, weiter bis Neckarrems. Aus den meisten der Mühlen ist  der Müller längst ausgezogen, sie werden heute zur umweltfreundlichen Stromerzeugung genutzt.

[tn3 origin=“album“ ids=“4258″ transitions=“default“ width=“560″ height=“500″]

Sybille Hänselmann ist besonders angetan vom Wegstück zwischen der  Vogelmühle am Rande des Waiblinger Ortsteils Hohenacker und der Hegnacher Mühle in der Nähe des gleichnamigen Ortsteils, der ebenfalls zu Waiblingen gehört. Die Hegnacher Mühle ist die einzige, die auch heute, 140 Jahre nach ihrer Gründung Anno 1874, tatsächlich noch als Mühle genutzt wird. Ulrich Stietz sorgt in der sechsten Generation, seit sein Urururgroßvater  die Hegnacher Mühle 1899 rund 20 Jahre nach deren Erbauung übernommen hatte, dafür, dass die Mühlräder nicht still stehen.

Mit Tochter Thea Line Stietz steht die nächste Generation bereits in den Startlöchern. Verfahrenstechnologin in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft – früher kurz Müller genannt – lernt Thea Line Stietz. „Als Mädchen nicht ganz so typisch“, wie sie selbst ihre Berufswahl bewertet. Jedoch nur, um gleich darauf einzuschränken, es sei ja aber auch einfacher geworden als früher, schließlich müsse ein Müller nur noch maximal 25 Kilogramm heben, anstatt wie noch zu Zeiten ihrer Urväter 100. Und außerdem sei es toll zu wissen, dass einmal ihr gehören wird, was die Ahnen aufgebaut hätten.

Der historische Bezug spielt für die Betreiber der Hegnacher Mühle nicht nur was die Familientradition Müller betrifft eine Rolle. Auch was Getreidearten angeht, setzt die Familie mit einem sogenannten „Urgetreideprojekt“ auf das Wissen um Getreidearten vergangener Tage. Im Rahmen dieses Projekts wurde 2014 erstmals schwarzer Emmer, Einkorn und Dinkel auf drei nebeneinander liegende Äcker gepflanzt. „Mich interessiert es vor allem, zu erfahren wie sich Emmer und Einkorn, die zu den sogenannten Urgetreiden gehören hinsichtlich Wuchs, Backqualität und Vermahlungseigenschaften verhalten“, erklärt Ulrich Stietz das Ziel hinter dem Projekt. Darüber hinaus fände er es zunehmend wichtig, dass in Zeiten von monokultureller Ackerbewirtschaftung über Alternativen zum Mais und Weizenanbau nachgedacht werde.

Besucher der Hegnacher Mühle können nicht nur die auf den Versuchsfeldern unweit der Mühle angepflanzten Urgetreidesorten begutachten. Bei einer Mühlenführung können sie Wissenswertes rund um das Thema Mehl und die Produktionsabläufe in einer Mühle erfahren. Von der Erfassung des Getreides während der Ernte, über den Vermahlungsprozess bis hin zur Vermarktung. Diese erfolgt in der Hegnacher Mühle, neben einem Onlineshop, übrigens auch in einem der Mühle angegliederten Hofladen. Hier geht Sybille Hänselmann bevor sie den Rückweg zur Vogelmühle antritt gerne einkaufen. Vor allem, weil sie den lokalen Bezug der dort angebotenen Produkte schätzt, die vom nebenan gemahlenen Mehl über Müsli und Teigwaren bis hin zu Backzutaten reichen.

Unter unseren Lesern verlosen wir einen Warenkorb der Hegnacher Mühle. Um diesen zu gewinnen, muss lediglich eine Frage richtig beantwortet werden. Die und die richtige Antwort darauf verbergen sich in einem Video über den Ausflugstipp der Regionaldirektorin der Enzkreiskliniken Sybille Hänselmann.

Weitere Infos:
http://www.hegnachermuehle.de/

http://www.remstal-route.de/Radfahren-Inlinern.394.0.html

 

Weiterlesen
Einsatz in Mühlacker: Feuerwehr löscht Brand am Rohbau

Einsatz in Mühlacker: Feuerwehr löscht Brand am Rohbau

Ein Fassadenbrand am Rohbau eines Mehrfamilienhauses hat am Freitagabend für Aufsehen im Wohngebiet Stöckach gesorgt. Die Feuerwehr rückte mit sechs Fahrzeugen und 33 Helfern an. Mühlacker. Während sich die Einsatzkräfte… »