Erste Siegerehrung bei einem Weltcup

Karina Mantai belegt in Dijon Platz fünf und macht in der deutschen und auch in der Weltrangliste einen großen Sprung nach vorne

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 11. Januar 2017, 08:48 Uhr
Erste Siegerehrung bei einem Weltcup In Dijon ist Karina Mantai (2.v.re.) erstmals bei der Siegerehrung eines Weltcup-Turniers dabei. Dieses Handyfoto hat unserer Zeitung übrigens die israelische Fechterin Yana Botvinik (4. v. re) zur Verfügung gestellt, die ebenfalls das Viertelfinale erreicht und sich hier über den achten Platz freut. Foto: privat

Erstmals ist Degenfechterin Karina Mantai bei einem Junioren-Weltcupturnier (U20) unter die besten acht eingezogen und durfte somit an der Siegerehrung teilnehmen. Auf dem Weg zu Platz fünf in Dijon (Frankreich) schlug die Illingerin deutlich höher eingeschätzte Kontrahentinnen aus dem Feld.

Juniorinnen-Bundestrainer Mariusz Strzalka hat gut lachen: Karina Mantai, eingerahmt von ihren Tauberbischofsheimer Vereinskameradinnen Noemi Mészáros (li.) und Lena Kunjan, erreicht in Dijon das Viertelfinale.Juniorinnen-Bundestrainer Mariusz Strzalka hat gut lachen: Karina Mantai, eingerahmt von ihren Tauberbischofsheimer Vereinskameradinnen Noemi Mészáros (li.) und Lena Kunjan, erreicht in Dijon das Viertelfinale.

Dijon. Erst die Nummer acht der U20-Weltrangliste und spätere Zweitplatzierte Camille Nabeth aus Frankreich konnte Karina Mantai im Viertelfinale mit 15:8 Treffern stoppen, nachdem die Illingerin zuvor unter 126 Teilnehmerinnen ein überaus starkes Turnier gefochten hatte.

In der Gruppenphase verlor Mantai, die für den FC Tauberbischofsheim antrat, nur eines von sechs Gefechten und legte damit den Grundstein für ihren Erfolg: Platz neun in der Setzliste bedeutete ein Freilos für die 128er-Direktausscheidung. Die Französin Myrna Feliho schlug Mantai dann mit 15:13, ehe ihr in den folgenden K.o.-Runden eine zwei dicke Überraschungen gelangen.

Mit Kim Treudt-Gösser, der Deutschen U17-Meisterin von 2015, bezwang die Illingerin im 32er-Tableau eine Gegnerin, die in den vergangenen Jahren das Maß der Dinge in Mantais Altersklasse in Deutschland gewesen war. Die Degendamen des FC Solingen hat Treudt-Gösser 2015 und 2016 sogar schon zu zwei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften bei den Aktiven geführt, bei den U20-Europameisterschaften im vergangenen Jahr Bronze gewonnen.

Diesmal aber setzte sich Karina Mantai mit 15:13 Treffern gegen die Favoritin durch und stand im Achtelfinale, wo sie erneut eine deutlich stärker eingeschätzte Gegnerin bezwang. 15:10 lautete das Resultat gegen Emilia Cecilie Borrye aus Dänemark, derzeit die Nummer 24 der U20-Weltrangliste, ehe wie eingangs erwähnt die Französin Nabeth den Siegeszug von Karina Mantai stoppte. Im Endklassement wurde Mantai an fünfter Position notiert, da sie von den im Viertelfinale ausgeschiedenen Fechterinnen die beste Position in der K.o.-Setzliste eingenommen hatte.

„In den Vorjahren hatte ich immer nur an einem Weltcup teilgenommen. Aber das war nun schon der dritte in diesem Jahr, deswegen habe ich mich sehr sicher gefühlt“, nennt Mantai als einen der Gründe für ihren Erfolg. Die größte Nervosität habe sie vor dem Gefecht gegen Treudt-Gösser verspürt. „Aber da ich sie vor Kurzem in Mannheim geschlagen habe, wusste ich, dass ich sie drauf habe.“

Große Chancen auf einen Platz im deutschen Aufgebot für EM und WM der Junioren

In der rollierenden deutschen U20-Rangliste machte Mantai durch ihren Einzug unter die besten acht in Dijon einen großen Sprung nach vorne. Sie stockte ihr Punktekonto um satte 42 Punkte auf nun 72 Zähler auf und rückte von Rang neun auf die zweite Position vor, überholte dabei auch die ihr unterlegene Kim Treudt-Gösser, die von Platz drei auf vier zurückfiel.

„Auch in der Nominierungsrangliste bin ich jetzt Zweite, das ist viel wichtiger“, sagt Mantai mit Blick auf die U20-Europameisterschaft Anfang März und die Weltmeisterschaften Anfang April. Ihre Chancen auf einen Platz im deutschen Aufgebot sind nun erheblich gestiegen. Sowohl EM als auch WM finden in Plovdiv (Bulgarien) statt.

Die deutsche U20-Rangliste führt weiterhin die aus Biberach stammende Vanessa Riedmüller vom Heidenheimer SB mit 153 Punkten an, die in Dijon ebenfalls das Viertelfinale erreichte, dort der Polin Anna Mroszczak unterlag und sich hinter Karina Mantai als Sechste platzierte. Mroszczak unterlag anschließend im Halbfinale der Mantai-Bezwingerin Camille Nabeth mit 4:15 überdeutlich und teilte sich den dritten Platz mit Alessandra Bozza aus Italien. Turniersiegerin wurde mit der Weltranglisten-Dritten Federica Isola eine weitere Italienerin, sie behielt im Finalkampf gegen Camille Nabeth mit 15:14 Treffern hauchdünn das bessere Ende.

In der U20-Weltrangliste rückte Karina Mantai ebenfalls vor. 14 Punkte wurden der Illingerin gutgeschrieben, je zwei Zähler hatte sie zuvor im Oktober und Dezember bei den Weltcups in Laupheim und Burgos (Spanien) eingefahren, wo sie jeweils im 64er-K.o. ausgeschieden war. Als Nummer 64 rangiert Karina Mantai nun erstmals unter den besten 100 Degen-Juniorinnen der Welt.

Beim nächsten Weltcup-Turnier soll Karina Mantai auch im Team zum Einsatz kommen

Mit dem starken Abschneiden Mantais hatte offenbar nicht einmal Juniorinnen-Bundestrainer Mariusz Strzalka gerechnet, der sein Aufgebot für den tags darauf ausgetragenen Team-Weltcup schon vor der Einzelkonkurrenz hatte melden müssen. Sonst hätte der einstige Weltklasse-Fechter (Olympia-Silber 1980 für Polen; WM-Gold 1995 für Deutschland) vielleicht auch da auf die Illingerin gebaut.

Dennoch: Das deutsche Team mit Kim Treudt-Gösser (FC Solingen), Vanessa Riedmüller, Lea Mayer, Sophia Weitbrecht (alle Heidenheimer SB) belegte Platz zwei, unterlag erst im Finale den Französinnen mit 39:45 Treffern. Zuvor hatte Deutschland die hoch gewetteten Italienerinnen nach Zeitablauf mit 29:28 Treffern geschlagen.

Doch beim Junioren-Weltcup in Helsinki Anfang Februar ist Karina Mantai nun auch für die Mannschafts-Konkurrenz vorgesehen. Außerdem geht es noch in dieser Woche zum Satelliten-Turnier nach Stockholm, einem internationalen Turnier der Aktiven, wo dem Deutschen Fechterbund am kommenden Wochenende 25 Startplätze zustehen.

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