Der Fußball lässt sie nicht los

Sportlerwahl-Sieger heute: Tabea Rauschenberger studiert Medizin in Würzburg und spielt inzwischen in der Bayernliga

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 12. Januar 2017, 08:37 Uhr
Der Fußball lässt sie nicht los Ganz frischer Erfolg: Mit dem Team der Universität Würzburg wird Tabea Rauschenberger (vorne, 2.v.li.) im Dezember 2016 Bayerische Hochschulmeisterin im Futsal. Foto: privat

Was ist aus den Siegern unserer Sportlerwahl geworden? Dieser Frage geht das Mühlacker Tagblatt seit Kurzem in dieser Serie nach. Diesmal haben wir Tabea Rauschenberger aufgespürt, die von den Lesern 2011 auf Platz eins der Nachwuchsportler landete, obwohl sie Mannschaftssport betreibt.

Tabea Rauschenberger aus Lomersheim (in Blau) im Jahr 2011 in der 2. Fußball-Bundesliga für die TSG 1899 Hoffenheim gegen Bayern München am Ball.Tabea Rauschenberger aus Lomersheim (in Blau) im Jahr 2011 in der 2. Fußball-Bundesliga für die TSG 1899 Hoffenheim gegen Bayern München am Ball.

Mühlacker-Lomersheim. Am Tag nach den Weihnachtsfeiertagen hat Tabea Rauschenberger etwas früher Feierabend. „Es war kalt, aber es ging, man ist ja in Bewegung“, sagt sie über ihre Ferienarbeit bei der Post. Das Stichwort Bewegung führt auch schon gleich zum Thema: Wie lebt die Siegerin der Sportlerwahl des Mühlacker Tagblatt aus dem Jahr 2011 heute?

In den Weihnachtsferien war die Fußballerin als Briefträgerin unterwegs. Die Arbeit bei der Post hilft Tabea Rauschenberger ihr Studium zu finanzieren. „Während des Semesters habe ich wenig Zeit zu arbeiten“, erzählt sie vom „anspruchsvollen, fordernden und lernintensiven Studium“ der Humanmedizin in Würzburg. Kommenden Sommer will sie ihr erstes Staatsexamen ablegen.

Dieses Studium ist auch der Grund dafür, dass Tabea Rauschenbergers sportliche Leidenschaft, der Fußball, etwas zurückstecken muss. Der runde Ball begleitet die 23-Jährige quasi bereits ihr ganzes Leben. Ihre Karriere als Fußballerin beginnt bei den Bambini des TSV Phönix Lomersheim.

Ab der D-Jugend ist die Lomersheimerin zweigleisig unterwegs. Sie spielt bei den Lomersheimer Jungs mit und auch bei den Mädels des FV Knittlingen. Dann kommt 2007 der Wechsel zur TSG Hoffenheim 1899. Dort darf sie nicht nur in der zweiten Liga auflaufen. Mit den U17-Juniorinnen wird sie 2010 als Spielführerin Süddeutsche Meisterin.

Zum Finale um die Deutsche Meisterschaft fährt Tabea Rauschenberger damals mit ihrer Mannschaft nach Potsdam. „Wir haben unglücklich gegen Turbine Potsdam verloren“, erzählt sie. Im MT ist damals zu lesen: Die Hoffenheimerinnen mit ihrer Kapitänin Tabea Rauschenberger aus Lomersheim aber kehren als Deutscher Vizemeister aus der Landeshauptstadt Brandenburgs zurück.“

2013 folgt dann das Jahr des großen Umbruchs. Tabea Rauschenberger feiert mit dem Frauenteam der TSG 1899 Hoffenheim die Meisterschaft in der 2. Bundesliga und den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Zugleich ist ihre Schulzeit zu Ende. „Nach dem Abi wollte ich ins Ausland“, erinnert sie sich. Über den Fußball bekommt sie ein Sportstipendium und studiert in Bridgeport im Bundesstaat Conneticut Medical Laboratory Science: „Bridgeport liegt an der Ostküste, etwa 114 Kilometer nördlich von New York.“

Doch Tabea Rauschenberger fliegt nicht ohne ihr Fußballtrikot „über den großen Teich“. Sie beginnt in der dortigen Universitäts-Mannschaft zu spielen und wird 2013 Meister in der Division 2. „Das ist in etwa zweite Liga“, erläutert sie. Außerdem freut sie sich über die Auszeichnung als beste Defensivspielerin und als „Rookie of the Year“, also beste neue Spielerin in der Liga. In den zwei Jahren ihres USA-Aufenthalts spielt Tabea Rauschenberger „rechts hinten“.

Fußball muss oft gegen das Studium zurückstecken

Mit ihrer Rückkehr nach Deutschland wechselt die Fußballerin auch wieder ihre Position auf dem Platz. „Ich spiele wieder linkes Mittelfeld wie in der U17“, erzählt sie von ihrem aktuellen Engagement für den TSV Frickenhausen in Unterfranken, mit dem sie in der Bayernliga derzeit auf Rang acht liegt.

Der Fußball begleitet sie auch während ihrer Studienzeit in Würzburg. Zweimal pro Woche trainiert sie im Verein. Und dann gibt es da noch die Mannschaft der Universität Würzburg: „Die ist relativ erfolgreich“, so Tabea Rauschenberger, die erst vor wenigen Wochen mit ihrem Team die Bayerischen Hochschulmeisterschaften im Futsal gewann.

Doch das Studium fordert Rauschenberger. Alle zwei bis drei Wochen eine Prüfung – da muss der Fußball zwangsläufig zurückstecken. Wenn es zeitlich möglich wäre, würde sie gerne noch intensiver einsteigen: „Regionalliga könnte ich schon spielen.“ Das wäre eine Spielklasse höher als derzeit mit dem TSV Frickenhausen in der Bayernliga. Einen passenden Verein in der Regionalliga hätte Tabea Rauschenberger schon gefunden. Die Frauen des ETSV Würzburg jedenfalls würden sich über Verstärkung freuen.

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