Bärenschlössle ersetzt ein früheres Lustschloss

Bekannte Gesichter Mühlackers stellen Ausflugsziele in ihrer Heimat vor – Mit Sabine Kotzbücher zum Bärenschlössle bei Stuttgart

Von Maren Recken Erstellt: 23. August 2014, 01:00 Uhr
Bärenschlössle ersetzt ein früheres Lustschloss Das Regenwetter lässt nur schwer erahnen, was hier an Sonnentagen los ist. Foto: Recken

Sie sind in Mühlacker berufstätig, aber wohnen außerhalb der Senderstadt. Sie kennen die schönsten Ausflugsziele rund um ihren Wohnort und zeigen sie dem MT-Reporterteam. Heute geht es mit Sabine Klotzbücher, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Mühlacker Gartenschau zuständig ist, zum Bärenschlössle bei Stuttgart, in der Nähe von Klotzbüchers Heimat Leinfelden.

Mühlacker/Leinfelden. Es scheint, als habe Sabine Klotzbücher ein besonders inniges Verhältnis zu ihrem Arbeitsplatz und beziehe diesen, in Form des Gartenschaumaskottchens Enzle, auch in ihre Freizeitgestaltung mit ein. Zumindest weicht ihr Enzles leibhaftiger Bruder in Form einer neugierigen Ente nicht mehr von der Seite, während sie im Rot- und Schwarzwildpark bei Stuttgart am Bärensee steht und dem Reporterteam des Mühlacker Tagblatt das am gegenüberliegenden Seeufer sichtbare Bärenschlössle zeigt.

„Es ist ein unheimlich schönes Freizeitgelände hier“, erklärt Sabine Klotzbücher, weshalb sie so gerne in den Rotwildpark mit seinen Seen und Spazierwegen kommt. Und führt weiter aus, ursprünglich sei das heutige Naherholungsgebiet als Park künstlich angelegt worden und gerade dieser alte Baumbestand mache den Reiz des Rot- und Schwarzwildparks mit seinen Seen und dem dazugehörigen Bärenschlössle aus.

Das Waldgebiet rund ums Bärenschlössle gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Nähe Stuttgarts und hat bei jedem Wetter seinen Reiz. Als Spazier- oder Joggingmöglichkeit unter schattenspendenden Bäumen an heißen Sommertagen, aber auch als idyllisches Fleckchen, wenn die Regentropfen in die Seen prasseln, wie an dem Tag, an dem das MT- Reporterteam unterwegs ist.

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Die sogenannten Wildparkseen, Bärensee, Neuer See und Pfaffensee, wurden einst von Herzog Christoph von Württemberg angelegt. Der ließ sie 1566 aufstauen, um durch die künstlichen Seen die Trinkwasserversorgung in Stuttgart zu verbessern. Bis 1998 taten die Seen ihren Dienst und lieferten den Bürgern der Landeshauptstadt Trinkwasser. Heute werden sie zwar nicht mehr zur ständigen Trinkwasserversorgung genutzt, dienen aber immer noch der Notwasserversorgung. Ein Grund dafür, warum das Baden in besagten Seen nicht erlaubt ist.

Wem es nach einem ausgiebigen Spaziergang um die drei Kilometer lange Stauseekette dennoch nach erfrischendem Nass zumute ist, der kann im Bärenschlössle einkehren, sich von Pächter Jürgen Unmüßig und seinem Team verwöhnen lassen und gleich noch etwas über die Geschichte des Bärenschlössles erfahren. Dieses habe in seiner heutigen Form wenig mit dem ersten an dieser Stelle 1768 von Herzog Karl Eugen von Württemberg an derselben Stelle errichteten Lustschlosses gemein, erzählt Unmüßig. Und berichtet weiter, dass der Herzog auch in zwei venezianische Gondeln, die er bei einem Italienbesuch geschenkt bekommen habe, über die Seen geschippert sei.

Mit dem Tod Karl Eugens sei es auch mit der Pracht seines Lustschlosses vorbei gewesen. Das sei zunehmend verfallen und schließlich von König Wilhelm I. abgerissen worden. Stattdessen hätte der König 1817 ein Jagdschloss errichtet. Dieses habe er zuvor bei Freudental abtragen und vor den Toren Stuttgarts wieder aufbauen lassen. Mit dem neuen Jagdschlösschen sei auch immer mehr Wild in dem umliegenden Park angesiedelt worden, um dort Schaujagden zu veranstalten, erzählt der Pächter des heutigen Bärenschlössles weiter. Das sei nach weiteren Neuaufbauten, einer Zerstörung durch eine Brandbombe 1943 und einem Brand 1994 die vierte Auflage. Stilmäßig angelehnt an das königliche Jagdschloss. Und der Name, so Jürgen Unmüßig, komme nicht etwas von den Bären, die als Bronzestatuen vor dem Bärenschlössle stehen, sondern von dem gleichnamigen Grenzbach zwischen Stuttgart und Gerlingen, dessen Name auf die männlichen Deckschweine, die sogenannten Bären, zurückgehe.

Wer seinen Spaziergang nach einer Pause im Selbstbedingungsrestaurant Bärenschlössle, das übrigens täglich geöffnet hat, fortsetzen möchte, der kann noch bis zum Schloss Solitude laufen. Verlaufen ausgeschlossen: Ein schnurgerader, circa drei Kilometer langer Weg verbindet Bärenschlösschen und Schloss Solitude.

Hinweis: Unter unseren Lesern verlost das Mühlacker Tagblatt einen Verzehrgutschein in Höhe von zehn Euro für die Gastronomie im Bärenschlössle. Um diesen zu gewinnen, muss lediglich eine Frage richtig beantwortet werden. Diese und die richtige Lösung darauf verbergen sich in einem Video über den Ausflugstipp von Sabine Klotzbücher.

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