„Wollen Arbeiten nicht blockieren“

Von fragen Lukas Huber Erstellt: 14. September 2018, 00:00 Uhr
„Wollen Arbeiten nicht blockieren“ Thomas Csaszar ist Bürgermeister in Zaberfeld

Thomas Csaszar

Für den jungen Mann, der am Montag aus einem Boot in die Ehmetsklinge in Zaberfeld gefallen und sofort untergegangen war, gibt es nahezu keine Überlebenschance mehr. Die Polizei will aber trotzdem weitersuchen.

Die Ehmetsklinge durfte nach dem tragischen Unfall zunächst nicht betreten werden. Gilt die Sperrung noch?

Ja, die Polizei plant an diesem Freitag oder am Samstag noch einmal nach dem jungen Mann zu suchen, und wir wollen die Arbeiten auf keinen Fall blockieren. Außerdem ist zu erwarten, dass der Körper nach zwei bis acht Tagen an die Wasseroberfläche kommt, und das wollen wir keinem, der in dem See badet, zumuten. Zumal das Wetter inzwischen sowieso nicht mehr allzu einladend ist.

Wie lange bleibt der See gesperrt?

Er wird auf jeden Fall noch bis Anfang der kommenden Woche gesperrt sein. Wir sind diesbezüglich im engen Austausch mit der Polizei.

Die Zahl der tödlichen Badeunfälle ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Hat es in der Ehmetsklinge zuletzt ähnliche Vorfälle gegeben?

Ich bin schon seit fast zehn Jahren im Amt, aber einen derartigen Fall hat es hier seither nicht gegeben. Vor drei bis vier Jahren ist einmal am Ufer eine Person aus gesundheitlichen Gründen zusammengebrochen. Schon sechs Jahre ist es her, dass ein Betrunkener ins Wasser ging und ertrank. Grundsätzlich passierte an unserer Ehmetsklinge glücklicherweise in den vergangenen Jahren aber wenig. Und das, obwohl hier sehr viele Badegäste herkommen. Wenn das Wetter sehr heiß ist, sind es wochenends im Schnitt bis zu 3000 Menschen – pro Tag.

Wie wird der See überwacht?

Die DLRG ist in der heißen Jahreszeit jeweils freitagnachmittags bis sonntags vor Ort, um für Sicherheit zu sorgen.

Und unter der Woche?

An den Werktagen bleibt die Ehmetsklinge unbeaufsichtigt. Hier muss ich aber ganz klar sagen, dass sie eigentlich kein Badegewässer, sondern ein Rückhaltebecken für Hochwasserschutz ist. Bei Badegästen ist sie aber wegen der tollen Lage im Grünen sehr beliebt.

Wird es in Zukunft Veränderungen im Hinblick auf die Überwachung geben?

Nein, weil wir aus der Ehmetsklinge keine Badeanstalt machen können, sie dient in erster Linie dem Hochwasserschutz.

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