„Verkehr soll besser fließen“

Von fragen Frank Goertz Erstellt: 30. August 2018, 00:00 Uhr
„Verkehr soll besser fließen“ Bastian Wetzke, regelmäßiger Teilnehmer der Critical-Mass-Fahrten

Bastian Wetzke

Am Freitag treffen sich um 19 Uhr wieder Radfahrer zur Aktion „Critical Mass“ auf dem Waisenhausplatz, um gemeinsam durch die Stadt zu fahren und auf die Belange von Radfahrern im Verkehr aufmerksam zu machen.

Woher kommt die Bewegung „Critical Mass“?

Es ist eine weltweite Bewegung, die auch in Deutschland in mehr als 120 Städten Mitfahrer hat. So treffen sich in Stuttgart jeden Monat viele Hundert Radfahrende, in Hamburg oder Berlin sogar mehrere Tausend.

Wer steckt hinter der Aktion in Pforzheim?

Die Critical Mass ist ein loses Treffen interessierter Menschen, die zu einer Fahrradfahrt durch die Stadt starten. Die höchste Beteiligung in Pforzheim war im Juni mit 94 Teilnehmern. Damit zeigen wir, dass Fahrradfahren auch in Pforzheim möglich ist. Dazu kommt die Forderung, das Fahrrad in der Verkehrsinfrastruktur zu berücksichtigen, so dass jeder gern und sicher mit dem Rad unterwegs sein kann.

Critical Mass hört sich so an, als wollten Sie den Autoverkehr zum Erliegen bringen…

Der Autoverkehr bringt sich selbst zum Erliegen, das Auto ist Opfer seines eigenen Erfolgs. Selbst der Innenstadtring bringt keine Entlastung. Viele Menschen möchten gern aufs Rad umsteigen. Es ist günstig, hält gesund, ist umweltschonend, und die Parkplatzsuche entfällt. Aber zu viele trauen sich nicht, weil sie sich unsicher auf den bestehenden Radwegen fühlen. Die Verkehrsplanung war zu lange vom Autoverkehr dominiert. Schnelles Vorankommen bedeutete schnelles Vorankommen der Autos; Fußgänger oder Radfahrer sollten nicht stören. Mehr Radfahrer bedeutet auch für die verbleibenden Autofahrer ein besseres Vorankommen, da weniger Autos weniger Stau verursachen. Wir wollen, dass der Verkehr für alle besser fließt.

Wie finden Sie die Stadt Pforzheim aus der Sicht eines Fahrradfahrers?

Nach dem Krieg wurde Pforzheim autogerecht geplant, breite Schneisen wurden in die Stadt geschlagen. Platz für Radwege wäre eigentlich da. Leider fehlt immer noch die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes, das schon seit Jahren beschlossen in der Schublade liegt. Trotzdem sind solche Veränderungen wie die Freigabe der Einbahnstraßen oder die Umgestaltung der Östlichen Karl-Friedrich-Straße eine spürbare Erleichterung. Die Ausrede, Radfahren sei in Pforzheim wegen der Berge nicht möglich, zieht nicht mehr. Durch die E-Bikes und Pedelecs haben die Berge ihren Schrecken verloren.

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