„Unterstützung der Stadt fehlt“

Von fragen Maik Disselhoff Erstellt: 16. Januar 2020, 00:00 Uhr
„Unterstützung der Stadt fehlt“ Matthias Donath ist Vizekommandant und Abteilungschef bei der Feuerwehr

Matthias Donath
Die Feuerwehr der Stadt Mühlacker steht an der Spitze vor großen Veränderungen, was ihre Einsatzbereitschaft aber nicht beeinträchtigen soll.

Sie möchten als stellvertretender Gesamtkommandant der Mühlacker Feuerwehr aufhören. Warum?

Ich wollte bereits vor einem Jahr aufhören und habe mich damals noch einmal für ein Jahr verpflichten lassen. Diese Zeit neigt sich dem Ende zu, im März steht die Hauptversammlung der Feuerwehr an. Stand jetzt stehe ich nicht mehr zur Wahl. Einer der Gründe ist, dass mir die Wertschätzung und Unterstützung seitens der Stadt fehlt. Das bezieht sich nicht auf meine Person, sondern auf die Arbeit der Feuerwehr. Ein Beispiel: Wir bräuchten etwa bei der Mitgliederwerbung mehr Rückendeckung. Wir haben für die vielen Einsätze einfach zu wenige Leute.

Nicht nur Sie wollen als stellvertretender Gesamtkommandant aufhören, auch Marco Reichenbach, der Enzberger Abteilungskommandant, will als Vizechef der Mühlacker Gesamtfeuerwehr aufhören. Dazukommt, dass Kommandant Philipp Baumann einen beruflichen Wechsel nach Nordrhein-Westfalen angekündigt hat. Ist die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr durch den personellen Umbruch, der ansteht, eingeschränkt?

Nein, wir werden weiter ausrücken und unsere Arbeit machen. Verwaltungstechnisch könnte es aber Probleme geben, wenn sich bei der Hauptversammlung keine Nachfolger für mich und den Kollegen Reichenbach finden und ein neuer Kommandant noch nicht gefunden sein sollte.

Werden Sie, wenn sich niemand findet, übergangsweise als stellvertretender Gesamtkommandant weitermachen?

Bis ein geeigneter Stellvertreter gefunden ist, werde ich für eine gewisse Zeit weitermachen. Dazu gibt es auch eine Klausel in der Satzung der Feuerwehr. Und natürlich lasse ich meine Kameraden nicht hängen.

Sie hatten zuletzt öffentlich einen besseren Dialog zwischen der Feuerwehr auf der einen und der Verwaltung sowie dem Gemeinderat auf der anderen Seite angemahnt. Was würden Sie sich von der Stadtspitze und dem Gemeinderat wünschen?

Dass man auf uns zukommt und mit uns über die Zukunftsfähigkeit der Wehr spricht. Es gibt offene Fragen, die geklärt werden müssen. Wir sind jederzeit zu einem Dialog bereit. Jetzt ist die Stadt am Zug.

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