„Umstellerzahl ist 2019 gestiegen“

Von fragen Joy Garcia Oliver Erstellt: 13. Januar 2020, 00:00 Uhr
„Umstellerzahl ist 2019 gestiegen“ Marion Mack ist Projektmanagerin der Biomusterregion Enzkreis

Marion Mack
Vor zwei Jahren wurde der Enzkreis zur Biomusterregion ernannt – als eine der ersten Regionen im Land. Die
Projektmanagerin lässt das Jahr 2019 Revue passieren und blickt voraus.

Was ist im letzten Jahr bei Ihnen alles passiert ?

Wo fang ich da nur an? (lacht)

Wir haben den Fokus mehr auf die Öffentlicharbeitsarbeit und Bildung gelegt. So wurden diverse Veranstaltungen für Verbraucher, Landwirte und Verarbeiter angeboten. Neben gemeinsamen Exkursionen wie dem Genussradeln gab es auch Informationsveranstaltungen; zum Beispiel zum Thema Biodiversity. Außerdem haben wir selbst an vielen Workshops teilgenommen und haben uns mit anderen Biomusterregionen ausgetauscht.

Auf welche Entwicklung sind Sie persönlich besonders stolz?

Wir konnten im Oktober mit Hilfe des Umwelt- und Verkehrsausschusses die Richtlinie zur Förderung der Verarbeiter in Kraft setzten. Das heißt, dass den Verarbeitern und Händlern im Enzkreis in Zukunft Gelder vom Kreis bei Beschluss zur Bio-Zertifizierung bereitgestellt werden. Da wir nur wenige Verarbeiter in der Region haben, ist es umso wichtiger, diese zu unterstützen.

Wo ist noch Handlungsbedarf?

Leider mussten einige Projekte bis auf weiteres pausieren, weil sich nicht ausreichend Unterstützer und Freiwillige gemeldet haben, die mitarbeiten wollen, oder weil die notwendigen Grundvoraussetzungen fehlen. Das betrifft die Themen Großviehvermarktung, Geflügelschlachtung, Bioapfelsaft beziehungsweise Streuobstzertifizierung und auch die Idee der Warenbündelung. Falls sich jemand berufen fühlt oder sich Initiativen bilden, dürfen sie sich gerne bei mir melden, denn wir hoffen, dass wir die Herzensprojekte in Zukunft trotzdem angehen können. Es ist so: Wir machen die Projekte nicht, wir unterstützen nur.

Was ist im neuen Jahr 2020 geplant?

In diesem Jahr sind einige Veranstaltungen geplant; unter anderem, ab 20. Januar, Kochkurse mit der Vhs, wo jeder lernen kann, wie man Geflügel voll verwerten kann. Anmeldungen sind dafür noch möglich. Um das Verständnis und das Interesse der Gemeinden und Kommunen zu wecken, haben wir die Bürgermeister aus der Region eingeladen, ein Fünf-Gänge-Bio-Menü zu kochen. Wir freuen uns, dass 13 Amtsträger zugesagt haben. Im Mai findet unser erster Bio-Markt mit Ausstellern und Kinder- und Musikprogramm in der Innenstadt statt. Außerdem soll unsere Webseite in den nächsten Wochen an den Start gehen.

Wie ist das Interesse in der Branche?

Das Interesse ist auf jeden Fall da, denn es melden sich immer mehr Landwirte, die sich über die Umstellung informieren wollen. Es sind auch schon einige Verarbeiter aufgrund der neuen Richtlinie zur Förderung auf uns zugekommen. Des Weiteren freuen wir uns sehr darüber, dass die Umstellerzahl 2019 gestiegen ist; mittlerweile gibt es 65 Bio-Betriebe, das sind 13,8 Prozent, im Enzkreis.

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