„Sehr viele Reaktionen“

Von fragen Ramona Deeg Erstellt: 15. Juni 2018, 00:00 Uhr
„Sehr viele Reaktionen“ Robert Volk ist Chef der Adler-Brauerei in Wiernsheim

Robert Volk
Der Brauerei-Chef aus Wiernsheim sucht das Gespräch mit den Abgeordneten, um die wachsende Belastung kleinerer Betriebe durch bürokratische Hürden zu thematisieren.

Haben sich auf Ihren Brandbrief hin schon Abgeordnete zurückgemeldet?

Bisher hat sich nur Stefanie Seemann bei mir gemeldet. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Allerdings war ihre Antwort leider sehr beamtenmäßig: Nachdem sie ihr Bedauern über die Situation ausgedrückt hat, hat sie erklärt, dass sie für mein Anliegen nicht zuständig sei. Aber ich als Brauer von Wiernsheim bin ja auch nicht für die Datenschutzverordnung zuständig und muss mich trotzdem kümmern.

Immerhin: Sie hat mir zugesichert, mein Schreiben weiterzuleiten.

Gab es Reaktionen auf Ihren Protest und die Berichterstattung in unserer Zeitung?

Ja, sehr viele sogar. Zum einen viel Zustimmung im persönlichen Gespräch und zum anderen eine rege Debatte auf Facebook. Wobei Diskussionen im Internet leider dazu neigen zu versanden, und dann bringen sie nichts.

Was bedeutet Ihnen das positive Feedback?

Es freut mich, Bestätigung zu erfahren. Einige wären auch, wie sie erklärten, gerne bei einer Diskussionsrunde dabei, zu der ich ja eingeladen habe. Allerdings wird es diese Veranstaltung wohl nicht geben, weil sich Politik und Verwaltung, wie es im Moment aussieht, der Debatte nicht stellen wollen. Demokratie lebt vom Mitmachen, und weil wir eine Parteiendemokratie haben, heißt es, dass sich die Mandatsträger einbringen müssten. Ich höre auch gelegentlich Sätze wie „Da kann man nix machen, das ist halt Gesetz“. Aber das stimmt nicht: Man muss diskutieren, sagen, wo der Schuh drückt, und reden, reden, reden, damit sich was verändert.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich habe mir eine Vierzehntagefrist gesetzt, die Anfang nächster Woche endet. Wenn sich bis dahin nicht mehr Politiker auf mein Schreiben gemeldet haben, will ich mich nochmals an sie wenden.

Außerdem möchte ich in dieser zweiten Runde zusätzlich Verbände anschreiben, auch wenn das ähnlich zäh ist. Aber ich weiß, dass ich in dem Punkt nicht alleine bin. Es geht mir um die grundsätzliche Sache, um die immer stärker wachsende Bürokratisierung. Das Thema betrifft vor allem uns Unternehmer, denn wir tragen das Risiko und sind in immer mehr Fällen haftbar.

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