„Großes Talent liegt brach“

Von fragen Ramona Deeg Erstellt: 1. Februar 2016, 00:00 Uhr
„Großes Talent liegt brach“ Günter Bächle ist CDU-Vorsitzender im Gemeinderat

Günter Bächle
Der politische Ziehvater von Stefan Mappus freut sich über den Auftritt des ehemaligen Ministerpräsidenten.

Wie eng ist Ihr Kontakt zu Stefan Mappus heute noch?

Wir sehen uns gelegentlich, mailen und telefonieren – also ein ganz normaler Kontakt.

Wie haben Sie seinen Aufstieg und Fall erlebt?

Ich kenne Stefan Mappus seit 1978, als wir beide an einer Sommerfreizeit des Stadtjugendrings im Kleinen Walsertal teilgenommen haben. Später arbeiteten wir eng in der Kreis-Junge-Union und im Stadtverband Mühlacker der CDU zusammen. Von 1995 an, als er wegen seiner Landtagskandidatur nach Pforzheim zog, habe ich seinen Aufstieg eher aus der Ferne, aber mit großer Sympathie verfolgt.

Fall? Mappus ist nicht gefallen. Er hatte 2011 eine vom Wähler auf Zeit vergebene Aufgabe nicht mehr errungen, weil ihm 0,8 Prozent der Stimmen fehlten. Das ist ein ganz normaler Vorgang in der Demokratie.

Welche Auswirkungen hat das Erbe Mappus für Viktoria Schmid und Marianne Engeser?

Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher und könnte damit viel Geld verdienen. Das Erbe ist jedenfalls keine Belastung, wie sich bei der Eröffnung der Gartenschau Mühlacker und beim Neujahrsempfang der CDU Mühlacker gezeigt hat. Der frühere Ministerpräsident wurde von den Menschen sehr freundlich aufgenommen. Die 39 Prozent, die Mappus 2011 holte, muss die CDU 2016 erst einmal noch schaffen.

Was hat sein Auftritt beim Neujahrsempfang in Mühlacker für Sie persönlich bedeutet?

Er hat mich in meiner Meinung bestätigt, dass derzeit ein großes politisches Talent brachliegt. Mir war es wichtig, ihn nach Jahren der politischen Abstinenz zurückzuholen in die Öffentlichkeit. Dass dies in einer fast schon familiären Form geschah, war berührend.

Wie trennt man politische Arbeit von privaten Freundschaften?

Man muss nichts trennen. Man muss sich nur die Offenheit bewahren, seine Meinung zu sagen. Das muss unter Freunden möglich sein.

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