„Es ist praktisch, das ständig neu hochzukochen“

Von fragen Thomas Eier Erstellt: 20. Dezember 2013, 00:00 Uhr
„Es ist praktisch, das ständig neu hochzukochen“ Winfried Scheuermann war von 1988 bis 2011 Abgeordneter der CDU im baden-württembergischen Landtag

Winfried Scheuermann
2010 leitete der ehemalige Landtagsabgeordnete aus Illingen als Vorsitzender den ersten Untersuchungsausschuss zum Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner. Thema damals wie heute: die Rolle des damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus.

Was waren Ihre Gedanken, als Sie von einem neuerlichen Untersuchungsausschuss zum „Schwarzen Donnerstag“ und einer möglichen Einflussnahme von Stefan Mappus auf die Polizei hörten?

Der neue Ausschuss gründet sich ja offensichtlich auf bisher nicht bekannte persönliche E-Mails. Ob sie wirklich neue Erkenntnisse bringen, vermag ich nicht zu sagen, weil ich den Inhalt nicht kenne.

Meine persönliche Meinung aber ist, dass das neue Verfahren gegen Stefan Mappus wiederum nichts bringen wird. Stattdessen ist es für die politischen Gegner ganz praktisch, die Sache immer wieder hochzukochen, um auf diese Weise den Eindruck zu erwecken, hier sei etwas nicht auf der Basis von Recht und Gesetz abgelaufen.

Einige der Akteure kenne ich noch aus meiner Zeit als Abgeordneter, und nicht von allen habe ich die höchste Meinung.

Zur Erinnerung: Was kam 2010 heraus?

Nichts. Es ging ja schon damals um die Frage, ob der Ministerpräsident Einfluss auf den Zeitpunkt und die Härte des Polizeieinsatzes genommen hat. Und dieser Vorwurf ließ sich nicht belegen.

Haben Sie noch Kontakt zu Stefan Mappus?

Nicht regelmäßig, aber wir sehen uns, unter anderem bei Veranstaltungen der CDU, immer wieder. Das Verhältnis ist nach wie vor sehr gut.

Unabhängig von der politischen Dimension: Wie bewerten Sie die menschliche Seite, wenn immer wieder neue Vorwürfe auftauchen?

Es ist mit Sicherheit sehr belastend, und das nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie. Immer dann, wenn um seine Person scheinbar Ruhe eingekehrt ist, taucht ein neuer Heckenschütze auf, der Stefan Mappus ins Visier nimmt.

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