„Erfolge miterleben“

Von fragen Joy Garcia Oliver Erstellt: 13. August 2019, 00:00 Uhr
„Erfolge miterleben“ Martina Klöpfer ist Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Martina Klöpfer
Zum 1. Januar 2020 sucht das Landratsamt eine neue Gleichstellungsbeauftragte. Martina Klöpfer geht ab März 2020 in die Altersteilzeit.

Warum können sich nur Frauen auf die ausgeschriebene Stelle bewerben?

Das wird vom Chancengleichheitsgesetz so vorgeschrieben, weil ein Großteil der Aufgaben im Bereich der Frauenförderung stattfindet. Vor allem wenn es um Gewalt gegen Frauen, sexuelle Belästigung oder Lohngleichheit geht, haben Frauen oft selbst oder im Umfeld Erfahrung gemacht und dadurch einen anderen Hintergrund. In Kombination mit fundiertem Fachwissen können sie deshalb besser argumentieren und sich anders einsetzen.

Welche unterschiedlichen Aufgaben kommen als Gleichstellungsbeauftragte auf einen zu?

Es gibt verwaltungsinterne und externe Aufgaben. Intern kümmert sich die Gleichstellungsbeauftragte unter anderem um die Chancengleichheit bei Stellenbesetzungen, die Verwaltungsmodernisierung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Sprech- und Arbeitszeiten. Extern leistet man viel Öffentlichkeitsarbeit und setzt sich dabei vor allem für den Abbau von häuslicher Gewalt, eine höhere Partizipation von Frauen in der Kommunalpolitik, Lohngleichheit und geschlechtsspezifische Medizin ein. Außerdem vermitteln wir Jugendlichen und Flüchtlingen die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die auch in unserem Grundgesetz verankert ist.

Welche Eigenschaften sind wichtig für den Job?

Als Gleichstellungsbeauftragte sollte man offen, neugierig, mutig und gelassen zugleich sein. Meine Nachfolgerin sollte mit Herzblut bei der Sache sein und sowohl über theoretisches als auch praktisches Wissen verfügen.

Worin liegen die größten Schwierigkeiten?

Die liegt definitiv bei der Individualgesellschaft, in der ein einzelner Mensch nur die Probleme wahrnimmt, die er selbst hat – dabei gibt es so viele Probleme, die strukturell und gesellschaftlich verankert sind und an denen wir gemeinsam arbeiten müssen. Viele denken immer noch, dass die Gleichberechtigung im Gesetz ausreicht, aber dem ist nicht so. Das muss man nach außen hin überzeugt vertreten können.

Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

Bei der Umsetzung der Chancengleichheit gab es in den letzten 20 Jahren so viele Entwicklungen, und es ist schön, diese Erfolge miterleben zu können. Außerdem ist die Bandbreite riesig, weshalb ich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zu tun habe. Da wird einem nie langweilig.

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