„Einbußen von 15 bis 20 Prozent“

Von fragen Thomas Sadler Erstellt: 19. Oktober 2018, 00:00 Uhr
„Einbußen von 15 bis 20 Prozent“ Ulrich Hauser, Vorsitzender des Bauernverbands Enzkreis

Ulrich Hauser
Der trockene Sommer brachte den Bauern im Enzkreis, je nach Standort, zum Teil deutliche Ertragsrückgänge.

Der Sommer 2018 ist vorbei. Hat die Landwirtschaft im Enzkreis stark unter Trockenheit und Hitze gelitten?

„Stark“ würde ich, im Vergleich zu Nord- und Ostdeutschland, nicht sagen. Die stärksten Einbußen gab es beim Grünland, also Wiesen und Weiden. Beim Getreide lagen die Einbußen insgesamt bei 15 bis 20 Prozent. An Standorten mit guter Wasserversorgung waren die Erträge bei Getreide und Mais normal, in flachgründigen, steinigen Standorten gab es Einbußen von bis zu 50 Prozent.

War der ganze Enzkreis von der Trockenheit betroffen?

Ja, das zog sich durch den gesamten Kreis.

Gibt es für Bauern staatliche Finanzhilfen, um ihnen nach dem trockenen Sommer unter die Arme zu greifen?

Die Bundesregierung hat eine Dürrehilfe beschlossen. Das heißt, Landwirte können bei Erlöseinbußen ab einer bestimmten Höhe Beihilfe beantragen. Allerdings ist das Antragsverfahren offenbar ziemlich aufwendig.

Werden auch Bauern aus dem Enzkreis auf diese Unterstützung zurückgreifen?

Davon habe ich keine genaue Kenntnis, aber ich vermute, dass bei uns maximal einige wenige Fälle betroffen sind.

Welche Wünsche haben Sie in Bezug auf die nächsten Monate beim Wetter?

Ich hoffe auf einen feuchten Winter, egal, ob durch Regen oder Schnee. Es gibt einigen Nachholbedarf. Wenn es auch im Winter und im nächsten Frühling wieder kaum Niederschläge geben sollte, kämen wir nicht mehr mit einem blauen Auge davon.

Könnte es eines Tages nötig werden, andere Pflanzen als bisher anzubauen?

Egal, was man anbaut – ohne Wasser wächst nicht viel.

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