„Die Tiere sind ,durch den Wind‘ und gestresst“

Von fragen Carolin Becker Erstellt: 31. Dezember 2015, 00:00 Uhr
„Die Tiere sind ,durch den Wind‘ und gestresst“ Nadine Reisacher leitet gemeinsam mit ihrer Kollegin Linda Giek das Tierheim in[[br]]Pforzheim

Nadine Reisacher

Menschen verleihen ihrer Vorfreude auf das neue Jahr Ausdruck, indem sie ein Feuerwerk in den Himmel zaubern. Die Bewohner des Pforzheimer Tierheims sind weniger begeistert.

Böller machen viele Hunde und Katzen nervös. Welche Erfahrungen machen Sie im Tierheim?

Die Mehrheit der Tiere, egal ob unsere Haustiere oder die Wildtiere, erleben die Silvesternacht unter großem Stress und sogar unter Panik. Dies merken wir auch immer wieder bei unseren Tieren im Tierheim. Obwohl alle Tiere nachts im Innenbereich untergebracht sind, sind am Neujahrsmorgen viele sehr „durch den Wind“ und spürbar gestresst. Das äußert sich bei der einen Hälfte durch aufgedrehtes Verhalten, während sich die anderen im Zwinger hinter dem Körbchen oder in einer Höhle im Kratzbaum verkriechen. Das ist schlimm für uns mit anzusehen. Immer an Silvester merken wir, dass es nicht nur unseren Schützlingen so geht. Es kommen jedes Jahr sehr viele Fundtiere rein, die ihren Besitzern vor Schreck und Angst entlaufen sind.

Was empfehlen Sie den Haltern verängstigter Hunde oder Katzen?

Wir raten, Hunde am Silvestertag nicht von der Leine und Katzen nicht aus dem Haus zu lassen. Dies gilt auch schon Stunden, wenn nicht gar Tage davor, da einige es nicht abwarten können, die Feuerwerkskörper in die Luft zu jagen. Zusätzlich sollten, wenn möglich, alle Fensterläden geschlossen werden. Oft hilft ein gemütlich eingerichteter Raum, am besten gefliest und ohne Fenster, wie etwa ein Badezimmer, das Gäste-Klo und so weiter, in den sich das Tier freiwillig zurückziehen kann. Gerne genutzter Rückzugsplatz ist zum Beispiel eine mit Decken ausgelegte Dusche, vor allem bei Hunden.

Angenommen, eine Katze ist in der Silvesternacht draußen unterwegs, bekommt einen Schreck, verläuft sich und taucht am Morgen nicht zu Hause auf. Wann und wie sollte der Besitzer reagieren?

Wenn die Katze sonst immer zuverlässig nach Hause kommt, würde ich auf jeden Fall das zuständige Tierheim informieren. Gut ist, wenn das Tier gechipt und/oder tätowiert und bei der Tierschutzorganisation Tasso registriert ist. Denn wir im Tierheim lesen zuerst bei Fundtieren den Chip, wenn vorhanden, oder das Tattoo aus und hoffen in der Tasso-Datenbank auf einen Treffer, damit die Findlinge so schnell wie möglich wieder zurück nach Hause können. Und diesen Vorgang verfolgen nicht nur wir, sondern auch Tierärzte. Sollte sich am nächsten Tag auch nichts ergeben, kann man in der Nachbarschaft nachfragen und gegebenenfalls Plakate aufhängen.

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