„Die Schwaben gehen ab“

Von Fragen von Isabel Hansen Erstellt: 31. Mai 2013, 00:00 Uhr
„Die Schwaben gehen ab“ Bülent Ceylan nimmt interkulturelle Stereotypen aufs Korn

Bülent Ceylan
Unsere Zeitung hat sich vor dem Auftritt des Kult-Comedian im Mühlehof über seine Wurzeln, Haare und humorvolle Schwaben unterhalten.

„Döner for one“, „Halb getürkt“, „Wilde Kreatürken“ – in Ihren Programmen kokettieren Sie mit Ihren türkischen Wurzeln. Ihre Mutter ist Deutsche, Sie sind in Mannheim geboren. Wie viel „Türke“ steckt noch in Ihnen?

Mein Vater ist Türke, damit erklärt sich mein türkisches Erbe. Als Gastarbeiter sprach er anfangs nur wenig Deutsch. Er wollte, dass ich es in Deutschland leichter habe als er. Mein Vater hat sogar bewusst wenig türkisch mit mir gesprochen, um mir beim Deutsch lernen nicht in die Quere zu kommen. Insofern sind meine Türkischkenntnisse begrenzt. In bin voll integriert. Bei den nächsten Dreharbeiten in der Türkei ist der Sprachkurs schon eingeplant. Dann lernt der Türke in der Türkei türkisch.

Ein Typ mit langen schwarzen Haaren, um die ihn manche Frau beneidet: Eitelkeit oder Anarchie?

Die Haare habe ich mir für das Headbanging lang wachsen lassen. Zum Markenzeichen ist es erst durch die Reaktionen der Frauen geworden.

Was müsste passieren, damit Sie sich die Haare raspelkurz schneiden lassen?

Da fällt mir kein Grund ein. Da gibt es nix. Die Haare bleiben lang. Um sie abschneiden zu lassen, bin ich zu eitel. Auch das ist Bülent.

Sie haben Philosophie und Politikwissenschaften studiert, oder zumindest angefangen. Wie passt die Fächerwahl zu einem Komiker? Sind sie ein verkrachter Kanzlerkandidat?

Wer Politik studiert hat, will kein Politiker mehr werden. Aus der Philosophie habe ich dagegen viel mitgenommen, auch für meine Arbeit als Comedian.

Nach einem Auftritt in der SAP-Arena Mannheim ist ein Auftritt in Mühlacker…

…ganz dicht dran an meinem Publikum. Ich spiele natürlich auch große Hallen, aber ich liebe den Kontakt und die Wärme, die die Fans ausstrahlen.

Schwaben gelten nicht als Spaßgesellschaft, mit dem Pietismus haben sie sogar eine ernstzunehmende Religion exportiert. Ihr Urteil?

Ich habe die Schwaben anders erlebt. Sie gehen ab, sie rocken, sie haben Spaß und das komischerweise sogar bei einem Kurpfälzer aus Mannheim wie mir.

[tn3 origin=“album“ ids=“1310″ skin=“Muelhlacker“ transitions=“default“ width=“560″ height=“500″ responsive=“1″]

Weiterlesen
„Austausch ist unvermeidlich“

„Austausch ist unvermeidlich“

Ulrich SaurNach einem missglückten Manöver eines Lkw, der beim Wenden gegen den Mast fuhr, ist die Ampelanlage an der Kreuzung B10 und Osttangente in Mühlacker seit Tagen außer Betrieb. Warum… »