„Die Äpfel sind kleiner als sonst“

Von fragen Ulrike Stahlfeld Erstellt: 29. August 2018, 00:00 Uhr
„Die Äpfel sind kleiner als sonst“ Sabine König, Geschäftsführerin des BUND-Regionalverbands Nordschwarzwald

Sabine König
Nachdem im vergangenen Jahr die Apfelernte sehr schlecht war, könnte 2018 zum Rekord-Jahr werden. In der Region biegen sich teilweise die Äste unter der Last der Früchte. Der BUND Nordschwarzwald organisiert wieder eine Apfelannahme.

Welche Äpfel dürfen abgegeben werden?

Äpfel, die aus hochstämmigen Streuobstbeständen – Stammhöhe mindestens 1,60 Meter – des Enzkreises oder der Stadt Pforzheim stammen und von Bäumen, die noch nie mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sind, die auf Streuobstwiesen stehen, auf denen seit mindestens zehn Jahren kein mineralischer Dünger verwendet worden ist.

Wie werden diese Äpfel verarbeitet?

Die Containerfirma liefert sie direkt zur Mosterei, und dort werden sie gemostet.

Hat die Hitzewelle der vergangenen Wochen Auswirkungen auf die Apfelernte? Wann findet in diesem Jahr die Apfelannahme in Mühlacker statt? Musste der Termin vorverlegt werden?

Die Trockenheit, die lange Zeit ohne beziehungsweise mit nur extrem wenig Regen, hat in jedem Fall Auswirkungen auf die Ernte. Die Äpfel sind eher kleiner als sonst. Viele Äpfel fallen bereits runter. Der BUND hat auch Überlegungen angestellt, den Termin vorzuverlegen. Das ist jedoch gar nicht so einfach möglich, denn an solch einer Obstannahme hängt immens viel Vorbereitung. Viele Termine und Helfer sowie die Containerfirmen, die Mosterei – alles muss koordiniert werden. Wir haben uns beim Landwirtschaftsamt erkundigt. Von dort kam die Empfehlung, es eher beim 29. September zu belassen, dann sind es bis zur Annahme zwar weniger Äpfel, dafür ist die Qualität viel besser.

Es wird eine Rekordernte erwartet. Rechnen Sie damit, dass mehr Äpfel als üblich abgegeben werden? Gibt es eine Obergrenze?

Derzeit haben wir in Mühlacker doppelt so viele Tonnen Äpfel wie im Durchschnitt der letzten Jahre, der bei 25 Tonnen lag, gemeldet bekommen. Die voraussichtlichen Liefermengen müssen im Vorfeld mitgeteilt werden, entsprechend können wir die Anzahl der Container und der Helfer vorab kalkulieren. Wir würden uns noch sehr über Apfel-Annahmehelfer freuen. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter Telefon 07231/927192 oder per E-Mail unter bund.nordschwarzwald@bund.net.

Experten sehen die Rekordernte kritisch. Befürchten Sie, dass es 2019 sehr wenige Äpfel geben wird?

In der Natur gibt es immer steigende und fallende Zahlen. Jetzt gibt es viel Obst, letztes Jahr hatten wir besonders wenig. Dann wird es vielleicht 2019 wieder eine normale Ernte geben.

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