„Auch Schmölln kommt nicht“

Von fragen Thomas Sadler Erstellt: 17. August 2018, 00:00 Uhr
„Auch Schmölln kommt nicht“ Jochen Schray ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Mühlacker Vereine

Jochen Schray
Die Zukunft des Straßenfestes sieht nicht rosig aus. Gründe sind Helfermangel und teure Vorschriften.

Bassano nimmt in diesem Jahr nicht am Mühlacker Straßenfest teil. Wird die zweite Partnerstadt, Schmölln, vertreten sein?

Nein, leider nicht. Die Feuerwehr, die bisher den Stand der Thüringer betrieben hat, kommt nicht. Der Schmöllner Bürgermeister Sven Schrade hatte deshalb versucht, einen Verein zu gewinnen. Er fand auch einen, doch der hat mittlerweile ebenfalls abgesagt. Die Gründe für den Verzicht kenne ich nicht. Jedenfalls ist es schade, dass beide Partnerstädte nicht da sein werden.

Mit wie vielen teilnehmenden Vereinen und Gruppen rechnen Sie?

Mit etwa so vielen wie im vergangenen Jahr, also ungefähr 30. Neu wieder dabei sein werden die Enztalfischer und der Opel-Club „Flying Devils“.

Wird es wieder Livemusik geben?

Ja, beim Jugendraum Großglattbach, beim Turnverein und dem Turnkraftwerk werden Bands auftreten.

Glauben Sie, dass es das Mühlacker Straßenfest in zehn Jahren noch geben wird?

Ich hoffe es stark, aber ich befürchte, es wird schwer sein, das Fest langfristig zu halten.

Was sind die Gründe für Ihre Bedenken?

Ein Hauptproblem ist, dass sich die Vereine schwertun, Helfer zu finden. Man sieht immer dieselben Gesichter. Kaum jemand ist heute noch bereit, einen Tag Urlaub wegen des Festes zu nehmen. Es ist schwer, mehrere Schichten personell zu stemmen. Sogar große Vereine haben Schwierigkeiten – und das nicht nur in Mühlacker. Es ist bedauerlich, dass solche Traditionsfeste deutschlandweit aussterben.

Ein weiterer Grund für eine Bedrohung des Straßenfestes ist eine Schmälerung der Einnahmen auch dadurch, dass die Vereine immer mehr Vorschriften einhalten müssen, durch die zusätzliche Kosten entstehen. So muss etwa jeder Stand kaltes und warmes Wasser sowie Flüssigseife nachweisen können. Und Gruppen, die ein Zelt haben, brauchen einen Zeltmeister, und das Zelt muss offiziell abgenommen werden.

Doch trotz aller Erschwernisse: Das Mühlacker Straßenfest ist nach wie vor ein tolles Fest, wenn auch nicht mehr das, was es einmal war.

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