Ziegler läutet in Ensingen neue Ära ein

Mit Ziegler Arbeitsschutz verliert Mühlacker ein florierendes Unternehmen – Betrieb findet in Vaihingen einen „perfekten Standort“

Von Maik Disselhoff Erstellt: 21. April 2017, 00:00 Uhr
Ziegler läutet in Ensingen neue Ära ein Spatenstich für einen 5,5 Millionen Euro teuren Neubau: Die Firma Ziegler Arbeitsschutz, deren Tage am Standort in Mühlacker gezählt sind, zieht es nach Ensingen ins interkommunale Gewerbegebiet „Perfekter Standort“. Beim symbolischen Spatenstich packen Mike Ziegler, Sohn des Geschäftsführers, Peter Leicht von der Sparkasse Pforzheim Calw, Udo Korz vom Architekturbüro Dill+Hauf, Firmenchef Jürgen Ziegler, der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch und Heiko Deichmann, zuständig für die Wirtschaftsförderung der Stadt Vaihingen, mit an. Der Neubau soll voraussichtlich in zehn Monaten stehen. Foto: Disselhoff

Der symbolische Spatenstich freut den Vaihinger Rathauschef und schmerzt die Stadt Mühlacker: Das Unternehmen Ziegler Arbeitsschutz GmbH hat jetzt den Beginn der Bauarbeiten für ein neues Firmengebäude im Gewerbegebiet „Perfekter Standort“ gefeiert.

Vaihingen-Ensingen. Der Betrieb, der mit 90 Mitarbeitern Ringgewebe aus Metall produziert, hatte sich 2002 im Mühlacker Gewerbegebiet Waldäcker angesiedelt. Hier wäre Geschäftsführer Jürgen Ziegler mit seinem Betrieb, der sich auf Expansionskurs befindet, auch gerne geblieben, doch er habe am Standort keine geeigneten Flächen gefunden (wir berichteten). Der Fall Ziegler wirft ein Schlaglicht auf die Debatte um zusätzliche Gewerbeflächen, über die in Mühlacker seit Jahren diskutiert wird. Im Herbst 2016 hatte es zu diesem Thema sogar einen Bürgerentscheid gegeben, bei dem jedoch das Quorum verfehlt worden war.

Dass die Firma Ziegler aus Mühlacker in Richtung Vaihingen abwandert, verwundert jedoch angesichts der Fläche, die zurzeit gegenüber den Waldäckern auf der anderen Seite der Osttangente von Baggern für die Ansiedlung des Unternehmens ThyssenKrupp System Engineering im Eiltempo umgepflügt wird. Wurde Ziegler diese Fläche nicht angeboten? „Die Verwaltung war laufend im Gespräch mit der Ziegler GmbH“, sagte der Leiter des städtischen Gebäude- und Grundstücksmanagements, Konrad Teufel, vor rund einer Woche im Gespräch mit unserer Zeitung. „Dabei wurden selbstverständlich alternative Flächen angeboten, auch erfolgte der Hinweis auf das noch zu erschließende Gewerbegebiet Lug-Osttangente“, so Teufel. Alle angebotenen Flächen seien aber aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt worden. Jürgen Ziegler widerspricht dieser Darstellung am Rande des Spatenstichs am gestrigen Donnerstag. Die Fläche, die jetzt ThyssenKrupp System Engineering in Beschlag nimmt, ist der Firma nach Angaben des Geschäftsführers keineswegs heiß empfohlen worden: „Es ist uns so verkauft worden, dass diese Fläche für die weitere Zukunft gedacht ist.“ Dazu kommt, dass das Grundstück wegen seines Gefälles für die Bedürfnisse seines Unternehmens ohnehin problematisch gewesen sei. Am „Perfekten Standort“ hingegen habe ihm die Stadt Vaihingen eine ebene Fläche zur Verfügung stellen können.

Das Unternehmen, das Stech- und Schnittschutzartikel aus Drahtringgewebe produziert, leidet unter akutem Platzmangel. Im interkommunalen Gewerbegebiet in Ensingen, an dem die Gemeinde Illingen als Partner beteiligt ist, hat die Firma, die 2016 einen Umsatz in Höhe von rund sieben Millionen Euro erwirtschaftet hat, künftig mehr Raum, den sie vor allem für ihre Maschinen benötigt. An eine Aufstockung der Mitarbeiter sei zunächst nicht gedacht, so Ziegler, wobei er eine Anpassung nach oben für die Zukunft nicht ausschließen will. Am neuen Standort stehen 2500 Quadratmeter für die Produktion zur Verfügung, was einen Zuwachs von 1060 Quadratmetern bedeutet. Die Büro- und Sozialräume wachsen um 240 auf 900 Quadratmeter. Durch den Umzug nach Vaihingen verliert der Betrieb keine Mitarbeiter. „Für die Beschäftigten ist der neue Fahrweg kein Problem“, sagt Ziegler.

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