Über 90 Katzen aus vermülltem Haus in Pforzheim gerettet

Erstellt: 28. Februar 2020, 17:26 Uhr
Über 90 Katzen aus vermülltem Haus in Pforzheim gerettet Kirsten Hinze, Leiterin des Tierheims Pforzheim, mit einer der geretteten Katzen. Foto: Wacker

Pforzheim (the). Im Lauf der Woche hat die Feuerwehr in Pforzheim aus einem vollständig vermüllten Haus an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße nach und nach mehr als 90 verwahrloste Katzen gerettet.

In der laut Stadtverwaltung „deutlich über 100 Quadratmeter“ großen Wohnung, die sich über mehrere Stockwerke erstreckt, wurden, um die Tiere nach und nach einzufangen, Lebendfallen aufgestellt, weshalb sich die Aktion über Tage hinzog und selbst am Freitag nicht abgeschlossen war. „Es gibt definitiv noch weitere Katzen“, sagte am Nachmittag Einsatzleiter Fabian Queiser, der mit fünf Kollegen und Vertretern des Veterinäramts vor Ort war.

Während sich die Stadt mit Angaben zum Bewohner oder zur Bewohnerin aus Datenschutzgründen zurückhält, ist von katastrophalen Zuständen die Rede, und das betrifft nicht allein die „tierrechtlichen Verstöße in erheblichem Umfang“, weil die Katzen – viele davon unterernährt und krank – dem Anschein nach weitgehend sich selbst überlassen waren. Die Feuerwehr musste die Tiere mit Hilfe von Leitern über den Balkon im ersten Stock bergen, weil sich die Haustüre wegen der Abfallberge dahinter nicht öffnen ließ. Außerdem waren Schutzanzüge notwendig.

Fabian Queiser geht davon aus, dass am Ende um die 100 Katzen eingesammelt werden; am Montag wolle man sich dazu nochmals mit dem Veterinäramt abstimmen, berichtete der Abteilungsleiter der Pforzheimer Feuerwehr.

Das sogenannte „Animal Hoarding“, das als Fachbegriff ein krankhaftes Sammeln und Halten von Tieren beschreibt, ist laut Stadtverwaltung Pforzheim ein extrem seltenes Phänomen, und hinsichtlich der Dimensionen sprengt der aktuelle Fall alle Rekorde. An die Grenzen stößt damit auch das Pforzheimer Tierheim, dessen Bereich für Katzen nur auf 100 Tiere ausgelegt ist. Kurzfristig mussten weitere Quarantäneräume eingerichtet werden, um die Neuzugänge entsprechend versorgen zu können.

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