Sparkasse startet Neubau ihrer Zentrale

Grundsteinlegung: Das Kreditinstitut will ihr neues Hauptquartier in Pforzheim in den kommenden zwei Jahren fertigstellen

Von Norbert Kollros Erstellt: 12. September 2018, 00:00 Uhr
Sparkasse startet Neubau ihrer Zentrale Grundsteinlegung am Pforzheimer Sparkassen-Neubau: Sparkassen-Chef Stephan Scholl (v. li.), Helmut Riegger, Landrat des Landkreises Calw, Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Architekt Jürgen Alshut verfüllen eine Dokumenten-Kassette.Foto: Huber

Der Bau des neuen Hauptquartiers der Sparkasse Pforzheim Calw hat an diesem Dienstag begonnen. Das Gebäude soll in etwa zwei Jahren fertig sein.

Pforzheim. „Es wird unser Flaggschiff sein, aber kein spätbarockes Schloss werden“, beschrieb Stephan Scholl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, am Dienstag bei der Grundsteinlegung für den Neubau der Zentrale des Instituts dessen neuerliches Investitionsvorhaben in „mittlerer zweistelliger Millionenhöhe“. Anstelle des bisherigen Hauptquartiers mit seiner maroden Bausubstanz entsteht bis in zwei Jahren ein sechsgeschossiger Neubau, „mit dem wir mehrere dringliche Probleme lösen“. Die Fundamente des abgetragenen Altbaus stammen noch aus der zweiten Hälfte der 1920er Jahre. Und nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1945 wurde an gleicher Stelle das Gebäude wieder aufgebaut, freilich mit aus heutiger Sicht vielerlei Unzulänglichkeiten: Scholl benannte die Probleme in puncto Brandschutz, Logistik, Statik und zunehmender Feuchtigkeit im Bereich des Kellers, wo sich auch die noch ursprüngliche Tresorhalle befand. Kurzum: Das Sparkassenhaus habe sich in einem teilweise „maroden und nicht mehr sanierungsfähigen“ und außerdem einem „energetisch völlig unbefriedigenden Zustand“ befunden.

Wie der Sparkassen-Chef ankündigte, werde mit dem Neubau ein „multifunktionales und zukunftsweisendes Areal geschaffen, wo in der neuen Kundenhalle mehr denn je auch Events für die Öffentlichkeit stattfinden sollen. Man schlage also eine Brücke zwischen klassischem Sparkassen-Geschäft und künftigen Entwicklungen. Ein Teil der Flächen werde zudem an externe Nutzer vermietet. Schmunzelnd gab sich Scholl überzeugt, den Neubau in zwei Jahren „noch vor dem Hauptstadt-Flughafen“ einweihen zu können.

Der Calwer Landrat Helmut Riegger, einer der Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Sparkasse, betonte die Notwendigkeit dieses Neubaus, um kontinuierlich steigenden Anforderungen an Service und Dienstleistungsangebote in dem Geschäftsgebiet, das sich von Sternenfels und Oberderdingen bis ins Mittelzentrum Nagold erstreckt, gerecht zu werden.

Doch auch in den Landkreisen investiere die Sparkasse ständig in ihr Filialnetz – Riegger nannte als Summe zehn Millionen Euro im Jahresdurchschnitt. Mit dem künftigen „Flaggschiff“ am Sitz der größten Sparkasse im Südwesten werde ein neues Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte aufgeschlagen, so die feste Überzeugung des Calwer Landrats.

Verantwortet wird dieser Neubau durch das Karlsruher Büro „Bau4 Architekten“, dessen Chef Jürgen Alshut einige Einblicke in die geplante „innovative Bauausführung“ gab, so etwa die Verwendung vorgefertigter Betondeckenelemente, die bereits ein Kilometer langes Leitungsnetz für Heizung, Lüftung und Kühlung enthalten würden. Oder zwei andere Zahlen: 160 Kilometer Elektro- und 65 Kilometer Datenleitungen würden in dem Neubau installiert. Und, so des Architekten optimistische Hoffnung: Der Neubau möge mindestens genau so lange stehenbleiben, wie der vorgefundene Grundstein aus dem Jahr 1927 alt sei.

Dabei habe man auch eine Urkunde entdeckt, so Sparkassen-Vorstandschef Stephan Scholl, aus der sich die seinerzeitige finanzielle Not der Stadt erschloss – „eigentlich wie heute…“. Nicht harte Euro-Währung wie heuer, sondern Pforzheimer Notgeld wurde damals dem Behältnis beigegeben. Neben aktuellen Münzen und Scheinen bis hin zur 500-Euro-Note befinden sich in der am Dienstag eingemauerten Dokumentenkassette auch die aktuellen Lokalzeitungen sowie ein Barren aus Gold und die zu Papier gebrachte hoffnungsvolle Aussage zum Gebäude: „Facettenreich und zukunftsweisend soll es die Stadt und die Region bereichern“.

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