Opfer legen ihr Erspartes vor die Tür

Serie der Betrügereien am Telefon reißt nicht ab – Täter erbeuten in Pforzheim mehrere 10000 Euro

Erstellt: 30. September 2014, 00:00 Uhr
Opfer legen ihr Erspartes vor die Tür Symbolfoto: Mit erfundenen Geschichten schocken die Täter ihre Opfer – und nutzen die Verunsicherung gnadenlos aus.Archivfoto: Fotolia

Pforzheim (pol). Trotz wiederholter Warnungen der Polizei haben Trickbetrüger am vergangenen Freitag von einer Pforzheimer Familie mehrere 10000 Euro und von einem weiteren Opfer aus Pforzheim Schmuck im Wert von ebenfalls mehreren 10000 Euro ergaunert. Das hat die Polizei am Montag mitgeteilt.

Eine 73-jährige Pforzheimerin erhielt am Nachmittag einen Anruf von einem angeblichen Kripo-Beamten aus Wiesbaden, der ihr erzählte, die Polizei habe von einem geplanten Einbruch erfahren, und um ihr Hab und Gut zu schützen, müsse die Frau ihr gesamtes Bargeld in eine Tasche packen und diese vor die Tür hängen, damit die Kriminalpolizei es in Verwahrung nehmen könne. Die Frau war von der erfundenen Geschichte so überzeugt, dass sie nicht nur ihr eigenes Erspartes zusammenpackte, sondern auch ihre Angehörigen aufforderte, ihr Geld einzusammeln. Nach gerade einmal fünf Minuten, so die Polizei, war die Tasche mit dem Geld weg.

Der Mann am Telefon, der sich als Kripo-Beamter ausgab, sprach akzentfreies Hochdeutsch. Die Nummer, von der angerufen wurde, hatte am Ende die Ziffern -555. Im zweiten Fall legte eine 89-Jährige auf telefonische Aufforderung hin ihren Schmuck in einem Päckchen vor die Türe.

Auf gleiche Weise versuchten in der vergangenen Woche Gauner ihr Glück auch in Rheinstetten und in Waldbronn-Reichenbach. Hier schöpften, wie in vier Fällen in Calw und zwei weiteren in Höfen, die Opfer rechtzeitig Verdacht, so dass kein Schaden entstand. Die überwiegende Anzahl solcher Anrufe wird bislang im Pforzheimer Stadtbereich registriert, vergangenen Monat wurden hier 60 betrügerische Anrufe gezählt, in sechs Fällen waren die Täter erfolgreich. Der Schaden wird auf rund 150000 Euro beziffert.

Die Polizei warnt nochmals eindringlich, nicht auf solche Betrügereien am Telefon hereinzufallen, und gibt folgende Tipps:

Seien Sie bei solchen Sachverhalten stets misstrauisch und vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter, Kriminalbeamter oder Bankangestellter ist. Rufen Sie hierzu die jeweilige Person oder Behörde an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis und übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Am besten legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt, und wenden Sie sich auch an die Polizei, wenn Sie Opfer geworden sind.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.polizei-beratung.de/vorbeugung/betrug und in der Broschüre „der goldene Herbst“.

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