Zeitdruck

Von Lukas Huber Erstellt: 29. April 2017, 00:00 Uhr
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Sternenfels braucht schnelle Lösungen bei der Flüchtlingsunterbringung

Im Gegensatz zu anderen Kommunen im Enzkreis ist Sternenfels bislang von der Unterbringung von Flüchtlingen eher „verschont“ geblieben. Nun sollen bis zum 30. Juni zu den bislang 26 im Ort lebenden Geflohenen 17 dazukommen. Und das stellt eine große Herausforderung für die Verwaltung um Bürgermeister Werner Weber dar, der, wie er sagt, seit Längerem mit Nachdruck nach Möglichkeiten zur Unterbringung sucht. Einerseits prüft er die gemeindeeigenen Objekte auf ihre Tauglichkeit, andererseits sucht er private Vermieter, die Wohnraum zur Verfügung stellen. Doch der ist in der Strombergkommune offenbar nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Mit der Ablehnung des Gremiums, das alte Rathaus in Diefenbach zu einer Unterkunft zu machen, gerät Weber nun weiter unter Druck. Im Notfall, meint er, müsse der Enzkreis die Menschen zwischenzeitlich woanders unterbringen. Die Gemeinde müsste dafür eine Art Strafzahlung leisten. Das wiederum will Weber im Hinblick auf die finanzielle Schieflage unbedingt verhindern.

Doch wer hat Schuld an der Misere? Einen Einzelnen an den Pranger zu stellen, ist sicherlich nicht angebracht. Fakt ist: Die Forderung des Landratsamts, innerhalb von nur zweieinhalb Monaten 17 Personen aufzunehmen, ist für die Kommune eine enorm schwierige Aufgabe. Dass Weber versucht, sie nun schnell zu lösen, ist aller Ehren wert. Doch muss auch gesehen werden, dass das Landratsamt bereits im Dezember 2015 angekündigt hatte, dass Sternenfels bis Ende 2016 rund 90 Flüchtlinge aufnehmen muss. Dies ist allerdings nicht in diesem Maße eingetreten.

Nun, über ein Jahr danach, gerät die Gemeinde bei einer halb so großen Zahl ins Schleudern. Und wer weiß, wie sich die Lage in der zweiten Jahreshälfte noch entwickelt. Deshalb sollten sich Verwaltung und Gremium schnell an einen Tisch setzen und nach Möglichkeiten suchen, die Problematik pragmatisch – und ohne Polemik – in den Griff zu kriegen. Fest steht: Fast zwei Jahre nach der Flüchtlingswelle wird der Kreis die Menschen aus der Erstunterbringung schrittweise weiter in Anschlussunterbringung auf die Kommunen verteilen – auch auf Sternenfels.

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