Tierhalterschein

Erstellt: 5. August 2019, 00:00 Uhr
Tierhalterschein Tierhalterschein

Wer sich ein Haustier anschafft, sollte sich der Verantwortung bewusst sein

Im Tierheim in Pforzheim landen jährlich etwa 1500 Tiere; zu Hoch-Zeiten bietet es Asyl für jeweils bis zu 300 Hunde, Katzen, Hasen und Vögel und sonstige Gefährten, die auf die Hilfe des Menschen angewiesen sind. Aber warum muss es überhaupt so weit kommen?

Die Anschaffung eines Tieres sollte wohlüberlegt sein; im Grunde fast genauso gut, wie die Entscheidung, ein Kind in die Welt zu setzen. Schließlich entsprechen die 18 Jahre, die ein Kind mutmaßlich zu Hause lebt, auch der Lebenserwartung vieler tierischer Kameraden, die außerdem Kosten verursachen – für Ausstattung, Futter, Arztbesuche und Versicherung. Während den meisten Menschen jedoch klar ist, dass ein Kind Geld, Zeit und Geduld kostet, scheinen sich viele der Verantwortung, die man gegenüber einem Tier hat, nicht bewusst zu sein. Natürlich kommt es vor, dass man sich als frischgebackene „Hunde-Mama“ oder als „Hunde-Papa“ mit der neuen Aufgabe überfordert fühlt. Doch während die meisten an dieser neuen Lebensaufgabe wachsen, gehen andere lieber den leichten Weg und geben das Tier einfach ab oder setzten es womöglich sogar aus. Seien wir froh, dass das nicht alle gestressten Eltern mit ihren Kindern tun.

Weil das Team im Tierheim am besten weiß, wie oft die Partnerschaft von Mensch und Tier scheitert, muss es manchen Interessenten absagen. „Warum seid ihr bei der Abgabe so pingelig?“ oder „Ihr müsst doch froh sein, wenn ihr ein Tier weniger habt“ sind häufig gehörte Sätze. Doch der Grund für ein Nein ist klar: Das Tierheim hat es in seiner Geschichte bereits mit unzähligen Tieren zu tun gehabt, die unüberlegt angeschafft wurden. Die Pfleger legen deshalb großen Wert darauf, dass sie einen geeigneten Halter finden, der sich des Aufwands, den ein Leben als Tiermama oder -papa mit sich bringt, von vornherein bewusst ist.

Wenn zukünftige Hunde- und Katzenhalter einen „Halterschein“ vorweisen müssten, der ihre Eignung bestätigt, hätten die Tierheime weniger Arbeit, und den Tieren bliebe Leid erspart. So könnte zumindest sichergestellt werden, dass der Halter keine Allergie hat, sein Zuhause ausreichend Platz bietet und die Kosten für den Familienzuwachs gestemmt werden können. Noch einfacher wäre es natürlich, wenn sich jeder zukünftige Tierhalter vor der Anschaffung selbst gründlich darüber informiert, was auf ihn zukommt. Doch das erscheint derzeit fast noch unwahrscheinlicher als die Einführung eines Eignungsscheins.

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