Sportszene braucht faire Lösung

Grünes Licht darf es nicht nur für die Profifußballer geben

Von Lukas Huber Erstellt: 6. Mai 2020, 00:00 Uhr
Sportszene braucht faire Lösung Nur fair

„Corona – Bundesliga blickt auf Merkel und die Ministerpräsidenten“, hieß es vor wenigen Tagen in einem Artikel im Online-Portal der ARD-Sportschau, der auf die Konferenz der Kanzlerin mit den Landes-Chefs an diesem Mittwoch anspielte. Bei diesem Gespräch soll die Entscheidung fallen, ob die Fußballprofis ihre Runde vor leeren Rängen fertigspielen dürfen. Laut Medienberichten am Dienstag soll es dafür grünes Licht geben – ungeachtet dessen, dass das Thema die Gesellschaft spaltet.

Und das vollkommen zurecht, denn der Amateur- und Breitensport hat seit den Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus in manchen Teilen der Bundesrepublik – beispielsweise hier in Baden-Württemberg – bislang noch keinerlei Lockerungen erfahren. Nach derzeitigem Stand sind die Sportstätten bis 15. Juni geschlossen, und so bleiben der breiten Masse nur einsame Läufe im Wald oder Gymnastik in den eigenen vier Wänden.

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Den Bundesliga-Profis ist es hingegen nun schon seit Wochen erlaubt, sich in Kleingruppen zum Training zu treffen. So ist es durchaus berechtigt, wenn sich der Hobby-Tennisspieler die Frage stellt, warum er in seiner Sportart, bei der es keinen Körperkontakt zum Gegner auf der anderen Seite des Netzes gibt, noch immer ausgebremst wird.

Dass die Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 noch durchgepeitscht werden soll, dafür mag es durchaus gute Gründe geben, und vielleicht bieten Fußballspiele den Menschen sogar eine schöne Abwechslung zum Alltag in der Krise – genauso wie etwa Besuche im Tierpark, im Zoo oder ein Nachmittag auf dem Spielplatz, was ab Donnerstag wieder erlaubt ist. Sollten die Entscheider den Profis grünes Licht geben, so wäre dies der Gesellschaft nur vermittelbar, wenn im gleichen Moment auch Lockerungen im Amateur- und Breitensport folgen würden – natürlich unter Auflagen, bei denen die infektionsschützenden Maßnahmen auch weiterhin eingehalten werden. Das dürfte bei vielen Sportarten wie etwa im Tennis, beim Golf, Segelfliegen oder Reitsport nicht schwer sein. Und auch im Fußball haben die Bundesliga-Vereine zuletzt schon gezeigt, dass Training in kleinen Gruppen darstellbar ist. Dies auch den Amateuren zu erlauben, wäre letztlich nur fair.

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