Sind die irre?

Von Lukas Huber Erstellt: 12. Februar 2016, 00:00 Uhr
Sind die irre? Sind die irre?

Rooftopping: ein gefährliches Spiel

„Sorry, sind die irre?? Hoffentlich passiert nichts“, bringt ein Kommentar eines Nutzers auf der Facebook-Seite des Mühlacker Tagblatt auf den Punkt, was Rooftopper offenbar selbst nicht erkennen. Sie wollen einen besonderen Kick erleben, Adrenalin spüren – und vergessen dabei die Gefahren, die der „Sport“ mit sich bringt. Nämlich in die Tiefe zu stürzen und dabei zu sterben. Oder lebenslang im Rollstuhl zu sitzen.

 

Es ist nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte einer der beiden jungen Leute, die am Wochenende ungesichert auf den 273 Meter hohen Sendemast gestiegen sind, die Kontrolle verloren. Nicht zu vergessen, dass sie dabei verriegelte Türen aufgebrochen haben, um sich illegal Zugang zu dem Wahrzeichen zu verschaffen. Der SWR hat mittlerweile Anzeige erstattet, die Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen. Doch keine Risiken und keine Verbote schrecken die Akteure ab. „Skyroofs“ sagt, sie seien zwar schon fast geschnappt worden, doch gebe es viele Ziele und Ideen für die Zukunft. Und wie sieht die aus? Der junge Mechatroniker könnte morgen abstürzen oder sich strafbar machen.

 

Eines ist klar: Die Bilder von waghalsigen Kletteraktionen auf Instagram sind ein spektakulärer Hingucker. Und obwohl jeder weiß, dass es in vielerlei Hinsicht falsch ist, solche halsbrecherischen Aktionen zu unterstützen, schauen viele hin. Ein Facebook-User hat den Artikel über die Senderbesteigung sogar mit dem Wort „Cool“ kommentiert. Zugegeben, es nötigt – zumindest wenn man ausblendet, dass dabei Türen aufgebrochen wurden – Respekt ab. Aber eben nur, solange niemandem etwas passiert. Gäbe es allerdings bei diesem Hobby keine tödlichen Zwischenfälle, wo wäre dann der Kick der Akteure? Erst dadurch wird das Rooftopping offenbar attraktiv. Verboten und gefährlich – das macht den Reiz aus.

 

Der Kletterer „Skyroofs“ sagt, er habe keine Angst. Man müsse sich selbst einfach gut unter Kontrolle haben. Auf der anderen Seite berichtet er, dass er einmal wegen Glätte abgerutscht sei und nur sein Begleiter ihn vor dem Sturz in die Tiefe bewahrt habe. Das zeigt, dass ein Mensch nicht immer alles im Griff hat. Manchmal passieren unvorhersehbare Dinge, die niemand beeinflussen kann. Die Rooftopper sind gut beraten, sich eine andere, sinnvollere Beschäftigung zu suchen. Das Leben sollte zu kostbar sein, um es für ein paar „coole“ Bilder aufs Spiel zu setzen.

Das Interview zu dem Kommentar lesen Sie hier.

Lukas Huber

Redakteur/Online E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

lukas.huber@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen
Nicht fair

Nicht fair

DTTB und Landesverbände haben eine unglückliche Entscheidung getroffen Dass der Deutsche Tischtennis-Bund und die Verbände mit dem Saisonabbruch eine einheitliche und vor allem frühzeitige Entscheidung gefällt haben, ist aller Ehren… »